Kreis Minden-Luebbecke

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Gegen häusliche Gewalt bei Menschen mit Behinderungen

Die Vermeidung von Formen häuslicher Gewalt bei Menschen mit Behinderungen, die Enttabuisierung des Themas, die Vernetzung entsprechender Einrichtungen, die Weiterentwicklung der bestehenden Angebote und Strukturen sowie die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte – das sind die zentralen Ziele des Arbeitsschwerpunktes „Häusliche Gewalt bei Menschen mit Behinderungen“ von Gleichstellungsstelle und Sozialamt des Kreises Minden-Lübbecke in enger Zusammenarbeit mit der PRIO-Vernetzung (Prävention-Intervention-Opferschutz) gegen häusliche Gewalt und Akteurinnen und Akteuren der Behindertenhilfe.

Bericht über bisherige Aktivitäten liegt nun vor – Impulse für die weitere Arbeit

Für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen, aber auch für Professionelle, die in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen arbeiten, ist Gewalt ein sehr häufiges Thema; und obwohl aktuelle Studien zeigen, dass Frauen und Männer mit Behinderungen deutlich häufiger Opfer von Gewalt sind als Menschen ohne Behinderungen, wird dieses Thema sehr stark tabuisiert.

Angesichts dieser Erkenntnisse und Erfahrungen arbeitet seit September 2012 im Kreis Minden-Lübbecke der Facharbeitskreis „Häusliche Gewalt bei Menschen mit Behinderungen“, in dem unter Koordination von Gleichstellungsstelle und Sozialamt Fachleute aus den Bereichen Verwaltung, Häusliche Gewalt/frauenunterstützende Einrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Polizei, kommunale Beiräte für Menschen mit Behinderungen und Selbsthilfe zusammenarbeiten.

Ergänzend zu der Diskussion im Facharbeitskreis hat der Kreis eine Befragung der Akteurinnen und Akteure der Behindertenhilfe im Kreis Minden-Lübbecke durchgeführt, um ein erstes Stimmungsbild zu diesem Thema zu erhalten.

Mit finanzieller Förderung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW (MGEPA NRW) wurde im September 2013 eine Vernetzungsveranstaltung durchgeführt, bei der es um Formen körperlicher, psychischer, sexualisierter und struktureller Gewalt ging; darüber hinaus lernten sich die Akteurinnen und Akteure der Behindertenhilfe, der frauenunterstützenden Einrichtungen, der Selbsthilfe und weiterer Facheinrichtungen besser kennen. Die Landesförderung ermöglichte zudem, dass die Psychologiestudentin Helene Fedrau und der Gendercoach Andreas Haase im Auftrag des Kreises themenbezogene Interviews mit Akteurinnen und Akteuren der Behindertenhilfe durchführten und einen Bericht als Grundlage für die weitere Arbeit im Kreis Minden-Lübbecke erstellten.

„Mit Hilfe der Landesförderung wollen wir sowohl über die Vernetzungsveranstaltung als auch über die Arbeitsergebnisse der beiden Honorarkräfte einen wesentlichen Impuls für die themenbezogene Arbeit vor Ort schaffen; die stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte ist dabei von zentraler Bedeutung“, erläutert Andrea Strulik, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke.

Facharbeitskreis tagte im Kreishaus

Die zentralen Ergebnisse ihrer Arbeit stellten Helene Fedrau und Andreas Haase nun im Rahmen einer Sitzung des Facharbeitskreises im Kreishaus vor; dabei gingen sie insbesondere auf den Umgang mit Gewalt, Selbstbestimmung und Partizipation von Menschen mit Behinderungen, die Berücksichtigung von Genderaspekten sowie Handlungsoptionen für die strukturelle und fachliche Ebene ein. Weiterhin stellten Helene Fedrau und Andreas Haase die Entwürfe von zwei themenbezogenen Flyern vor; die Flyer richten sich an Menschen mit Behinderungen und an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Behindertenhilfe und beschreiben Formen häuslicher Gewalt sowie Handlungsmöglichkeiten.

Der Facharbeitskreis war sich darin einig, dass im nächsten Schritt nun konkrete Maßnahmen wie zum Beispiel gezieltere Deeskalationstrainings, die Intensivierung von Selbstbehauptungstrainings für Menschen mit Behinderungen und themenbezogene Veranstaltungen umgesetzt werden sollen. Gleichzeitig sollen die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte sowie die Vernetzung und der Austausch verstärkt werden.

„Dabei werden nicht nur die Leistungsanbieter, sondern ausdrücklich auch Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe sowie der kommunalen Beiräte für Menschen mit Behinderungen angesprochen; ein weitergehender, unmittelbarer Einbezug von Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen in die Arbeit ist vorgesehen“, erklärt Klaus Marschall, Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange des Kreises Minden-Lübbecke.

Der Bericht „Häusliche Gewalt bei Menschen mit Behinderungen unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte“ (in elektronischer Form) und die genannten Flyer können bei der Gleichstellungsbeauftragten, Andrea Strulik, oder dem Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange, Klaus Marschall, kostenlos angefordert werden.

Kontaktmöglichkeiten

Telefon: +49 571 807 24210
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Titelfoto

Foto: (v.l.) Andreas Haase, Andrea Strulik, Klaus Marschall, Helene Fedrau. Foto: Oliver Roth / Kreis Minden-Lübbecke