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Projekte

Das Amt proArbeit Jobcenter beteiligt sich für bestimmte Personengruppen an verschiedenen Projekten, mit denen die Eingliederungschancen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden sollen.

An dieser Stelle präsentieren wir in Ihnen in unregelmäßigen Abständen aktuelle Beispiele aus unserem Maßnahmeangebot:

Kommunaler Arbeitsmarkt im Kreis Minden-Lübbecke

Zielgruppe des Programms

Das Programm richtet sich an Langzeitleistungsbezieher und Langzeitleistungsbezieherinnen von Arbeitslosengeld II, die mindestens 30 Jahre alt sind und als arbeitsmarktfern mit mindestens zwei in der Person liegenden Vermittlungshemmnissen gelten. Die Arbeitsstellen sind voll sozialversicherungspflichtig und es ist mindestens der Mindestlohn nach dem Tariftreue- und Vergabegesetz NRW zu zahlen. Die Besonderheit ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der gesamten Beschäftigungszeit von maximal zwei Jahren sozialpädagogisch begleitet werden. Die sozialpädagogische Begleitung soll auf einen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten.

Vier Teilprojekte

Inzwischen besteht ein kommunales Beschäftigungsprogramm in vier Teilprojekten mit knapp 40 Arbeitsplätzen. Die einzelnen Teilbereiche verfolgen dabei unterschiedliche Schwerpunkte.

Ein Teilprojekt hat die Verbesserung der Perspektiven einer älter werdenden Gesellschaft im Fokus. Im Rahmen dieses Teilprojektes wurden Arbeitsstellen geschaffen, die Serviceangebote für Seniorinnen und Senioren verbessern und einen längeren Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen sollen.

Der Kreis Minden-Lübbecke und der Caritasverband führen zudem gemeinsam das Projekt „Energiesparcheck im Mühlenkreis“ durch. Hier wurden insgesamt sieben vormals langzeitarbeitslose Menschen von der Caritas zu "Stromsparcheckern" ausgebildet. Sie beraten einkommensschwache Haushalte zu Energieeinsparmöglichkeiten, messen den Energieverbrauch, erstellen einen Energiesparplan und installieren einfache Soforthilfen zum Energie- und Wassersparen wie Energiesparlampen, schaltbare Steckerleisten, Strahlregler und Kühlschrankthermometer. Erfreulich ist, dass die im Rahmen des Projektes Beschäftigten berufsbegleitend auf die Prüfung zum Serviceberater für Energie und Wasserspartechnik vor der Handwerkskammer vorbereitet werden. So ergeben sich im Anschluss an die Beschäftigung bessere Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Die beiden verbleibenden Teilbereiche werden vom Arbeitslebenszentrum e. V. koordiniert und evaluiert. Das Projekt „Sozialer Beschäftigungspakt im Mühlenkreis“ hat insgesamt 17 Arbeitsstellen geschaffen, die bei unterschiedlichen Trägern angesiedelt sind. Allen gemeinsam ist, dass das Arbeitsergebnis ebenfalls gemeinwesenorientiert ist und einkommensschwächeren Haushalten zugutekommen soll. Die Arbeitsstellen sind kreisweit verortet.

Das Projekt „PAcKT an“ ist ein quartiersbezogenes Beschäftigungsprogramm. Die Stadt Minden hat im Vergleich zum kreisweiten Durchschnitt eine überproportional hohe SGB II-Quote. Ziel des Programms ist die Stärkung des Zusammenhaltes der Bewohner in Stadtteilen mit besonderen Problemlagen bei gleichzeitiger Verbesserung der Teilhabechancen. Die beteiligten Träger Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz und Fach-Werk e. V. hatten im Vorfeld eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt. Auf diesem Weg wurden die Ressourcen und Vernetzungsstrukturen exemplarisch in drei besonders belasteten Stadteilen identifiziert und mögliche Stellenbedarfe und Einsatzmöglichkeiten festgestellt. Seit dem 01.08.2015 arbeiten mittlerweile insgesamt zehn Personen in ihren Stadtteilen Bärenkämpen, Rechtes Weserufer und Königstor.

Integration von geflüchteten Menschen

Im Kreis Minden-Lübbecke leben viele geflüchtete Menschen, die einen besonderen Integrationsbedarf haben. Für diese Zielgruppe bietet das Amt proArbeit Jobcenter derzeit verschiedene Maßnahmen an. Beispielhaft stellen wir hier drei dieser Maßnahmen vor:

  • Sprach- und Arbeitsmarktorientierung für Frauen ohne deutsche Sprachkenntnisse
    Die Teilnehmerinnen werden auf ein passendes Sprachkursangebot vorbereitet. Es erfolgt eine interkulturelle Vorbereitung ("Wie läuft was in Detuschland") sowie eine Sprachstandsermittlung. Der achtwöchige Kurs wird mit Personal aus beiden Kulturkreisen durchgeführt.
  • Integrationskurs-Vorbereitung für Mütter mit Migrationshintergrund
    Der dreimonatige Kurs soll den Teilnehmerinnen den direkten Übergang in den I-Sprachkurs ermöglichen. Dazu werden insbesondere die Problemfelder aufgearbeitet, die einer Teilnahme am I-Sprachkurs entgegenstehen, wie z. B. die fehlende Kinderbetreuung, die familiäre Situation oder die eingeschränkte Mobilität. Zudem werden die Interessen, Kompetenzen und beruflichen Vorerfahrungen der Frauen herausgearbeitet.
  • JobAct Sprachkultur
    In diesem neunmonatigen Projekt entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam ein Theaterstück und werden dabei sozialpädagogisch begleitet und auf die Arbeitsaufnahme vorbereitet. Ein intensives Sprachtraining in Kleingruppen bzw. als Einzelunterricht sowie ein dreimonatiges begleitetes Betriebspraktikum sind Bestandteil des Projektes. Das Projekt verfolgt die Grundannahme "Sprache ist Begegnung, Kultur und Integration" und soll die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem bei der Persönlichkeitsentwicklung fördern.

Einstieg für Erziehende

Eltern stehen bei der Berufsausübung regelmäßig vor dem Problem, dass die Kinderbetreuung organisiert werden muss. Sind dann die Kita- oder Tagespflegeplätze knapp und fehlt ein "Netzwerk" für die Kinderbetreuung in Randzeiten, bei kurzen Betreuungslücken oder in Notfällen, erschwert dies die Aufnahme oder Ausübung einer Erwerbstätigkeit zusätzlich. Personen im Bezug von Arbeitslosengeld II haben zudem oftmals keine oder nur wenig Berufserfahrung und sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Dies kann eine Arbeitsaufnahme langfristig unmöglich machen. Hier setzt die Maßnahme "Einstieg für Erziehende" an: Persönliche und berufliche Orientierung, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Förderung der Mobilität und Ermittlung von Qualifizierungsbedarfen sowie ein vierwöchiges Teilzeitpraktuikum sind die wesentlichen Bestandteile. Die Maßnahme ist auf die Bedarfe von Erziehenden zugeschnitten und wird daher in Teilzeit durchgeführt.

Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt

Das Amt proArbeit Jobcenter wurde Anfang 2017 für das Bundesprogramm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" ausgewählt. Im Rahmen dieses Programms können bis zu 50 Arbeitsplätze mit einem Stundenumfang von 15 bis 30 Wochenstunden finanziell gefördert werden. Das Programm richtet sich an Leistungsberechtigte, die seit mindestens vier Jahren im Leistungsbezug stehen, in dieser Zeit keine oder nur kurzzeitig eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben und gesundheitliche EInschränkungen haben oder mit mindestens einem minderjährigen Kind zusammenleben.

Es werden Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen bereitgestellt. Das Angebot reicht von der Unterstützung bei Schulprojekten über den Themenbereich gesunde Ernährung im Offenen Ganztag bis hin zur Instandsetzung von ausgedienten Fahrrädern und zur Mitarbeit im Technikzentrum Minden-Lübbecke. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden dabei begleitend durch das Jobcenter gecoacht und erhalten weitere Unterstützungsleistungen.