Kreis Minden-Luebbecke

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Integration Point in Minden gestartet

Im Dezember 2015 hat die Agentur für Arbeit Herford in Minden eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Asylbewerber, den Integration Point, eingerichtet. Ziel ist es, Flüchtlinge und Asylbewerber möglichst schnell in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen entscheidend. Deshalb wird diese Unterstützung nun gemeinsam mit dem Kreis Minden-Lübbecke und dem Amt proArbeit des Kreises Minden-Lübbecke angeboten.

Ziele des Integration Point

Die Idee ist, Flüchtlingen und Asylbewerbern eine besondere Anlaufstelle anzubieten, in der sie in den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt starten können. Die Schnittstellen mit Ausländerämtern, Kommunen, Bleiberechtsnetzwerken, Kammern und freiwilligen Helfern sind vielfältig.

Die Chefin der Herforder Arbeitsagentur, Frauke Schwietert, erläutert die Idee des Integration Points: „Die hohe Zuwanderung stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Mit dieser gemeinsamen Anlaufstelle steigen wir frühzeitig in den Integrationsprozess der Flüchtlinge ein. Es soll praktische und schnell koordinierte Hilfe aus unterschiedlichen und komplexen Rechtsgebieten geboten werden. Menschen mit verwertbaren Qualifikationen sollen mit koordinierter Unterstützung aller Beteiligten in eine Beschäftigung gebracht werden. Gering Qualifizierte werden wir schrittweise an den Arbeitsmarkt heranbringen. Dazu gehört, dass wir in Sprache und Qualifikationen investieren.“ Hanspeter Stegh, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit ergänzt: „Grundlage für uns ist zuerst der Spracherwerb. Wir hatten einen guten Einstieg, aktuell haben wir im Kreis Minden-Lübbecke circa 800 Teilnehmer in den Sprachkursen. Darauf aufbauend gibt es weitere Angebote zur (Sprach-)Förderung und Qualifizierung. Unser Ziel ist es, die Menschen langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Beteiligung des Kreises Minden-Lübbecke

Landrat Dr. Ralf Niermann erklärt: „Als Kreis beteiligen wir uns – zunächst mit Mitarbeitern aus unserem Amt proArbeit Jobcenter – gerne an der neuen Einrichtung. Daneben wird auch die Kreisausländerbehörde ebenso wie andere Ämter unterstützend an dem neuen gemeinsamen Angebot mitwirken. Wir erhoffen uns vor allem, dass durch die frühzeitige Ansprache der geflüchteten Menschen eine ebenso frühzeitige Planung und Umsetzung der nötigen Integrationsschritte einsetzen kann.“ Kreisdirektorin Cornelia Schöder ergänzt: „Dies geschieht zum Beispiel durch Praktika in Arbeit oder Ausbildung und dient am Ende allen: den Flüchtlingen, der Wirtschaft, und der Gesellschaft. Der Kreis wird gemeinsam mit der Agentur und den anderen Akteuren dieses Konzept sukzessive durch mobile Angebote in anderen kreisangehörigen Kommunen ergänzen.“

Warnung vor zu hohen Erwartungen

Frauke Schwietert dämpft aber auch überzogene Erwartungen: „Wir dürfen nicht zu schnelle Erfolge erwarten. Eine Wohnung, die kulturelle Neuorientierung und vor allem das Erlernen der deutschen Sprache sind nicht von heute auf morgen machbar. Auch ist nicht jeder Flüchtling ein Arzt oder Ingenieur. Wir werden mit einem chancenorientierten Blick die Kompetenzen und Potenziale der Flüchtlinge betrachten und fördern und damit langfristig auch einen Beitrag zur Abmilderung des Fachkräfteengpasses leisten.“

Alle Beteiligten sind sich einig, die Zusammenarbeit der Behörden im Integration Point sei das erfolgreiche Konzept, nicht lange Wege und aufwendige Absprachen zwischen sich häufig fremdem Experten, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Es gehe darum, den Weg in Arbeit und Ausbildung schnell zu eröffnen, wenn die Voraussetzungen vorliegen.

Kontakt

Der Integration Point ist zu finden in den Räumen der Agentur für Arbeit, Hermannstr. 1, 32423 Minden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes proArbeit Jobcenter sind unter den Telefonnummern 0571/807-16330 und -16331 zu erreichen.