Seiteninhalt

Katasterarchive

In den Archiven des Kataster- und Vermessungsamtes werden unter dem Fachbegriff „Liegenschaftskatasterakten“ alle Unterlagen und Akten aufbewahrt, die zur Überprüfung und Wiederherstellung eines jeden Grenzpunktes und zur Identifikation jedes existierenden Grundstücks benötigt werden.

Da in einigen Gebieten Veränderungen am Grundstücksbestand nur sehr sporadisch auftreten, ist es möglich, dass die Katasterarchive dort bis in das Jahr 1820 zurückreichen.

Im Gegensatz zu „normalen“ Verwaltungsakten können Liegenschaftskatasterakten oft nicht nach den üblichen Archivierungsfristen (1 Jahr / 10 Jahre / 30 Jahre) aufgegeben werden, so dass ein sehr hoher Archivdatenbestand entsteht. Bei älteren Grundbucheintragungen bieten die Katasterarchive die einzige Möglichkeit zum Nachweis des Umfangs und der Begrenzung solcher Eintragungen. Die damit verbundenen Untersuchungen sind oft recht mühsam und zeitraubend, weil ältere Unterlagen in deutscher oder Sütterlinschrift geschrieben sind.

Manche Katasterdokumente sind nur noch sehr schwer lesbar, weil z. B. der Karton der Karten über die Jahre vergilbt und die braune Tönung von öffentlichen Wegen verblasst ist. Sobald Liegenschaftskatasterakten mit historischem Wert zur Führung des aktuellen Liegenschaftskatasters nicht mehr benötigt werden, werden diese Teile des Katasterarchivs dem zuständigen Staatsarchiv zur weiteren Verwendung angeboten und gegebenenfalls dorthin abgegeben.