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Schulpsychologische Themen

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Buchstaben aus Moosgummi "ABC Schule" in bunt

Hier finden Sie Links und Texte mit Informationen zu verschiedenen schulpsychologischen Themen.

Diese Seite befindet sich noch im Aufbau und wird fortlaufend ergänzt!

 

 

LRS / Schwierigkeiten beim Lese- und Rechtschreiberwerb

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten können die Entwicklungsverläufe und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen nachhaltig negativ beeinträchtigen. Langfristige Misserfolgserlebnisse begünstigen außerdem das Entstehen sogenannter Sekundärsymptomatiken, die u.a. zu Kopf- und Bauchschmerzen, Leistungs- und Schulangst bis hin zu Schulverweigerung führen können. Eine rechtzeitige und langfristige Unterstützung kann das Entstehen ungünstiger Teufelskreise verhindern.

Im Folgenden haben wir deshalb für Sie ausführliche Informationen zum Thema LRS zusammengestellt.


Häufige Fragen (FAQ) und Antworten zu Diagnose und Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten

(Grundlage: LRS-Erlass zum Schulgesetz NRW)

LRS in der Grundschule

LRS in der Sekundarstufe

 

Informationen für Lehrkräfte:

Lehrerbrief

Checkheft für Lehrkräfte der Primarstufe (inkl. Diagnosebogen), bereitgestellt von der Bildungs- und Schulberatung im Kreis Gütersloh
(oder: nur Diagnosebogen)

Checkheft für Lehrkräfte der Sekundarstufe (inkl. Diagnosebogen), bereitgestellt von der Bildungs- und Schulberatung im Kreis Gütersloh
(oder: nur Diagnosebogen)

Gewährung von Nachteilsausgleich: Arbeitshilfen für Schulen (MSW)

Kostenfreies Online-Fortbildungsangebot: alphaPROF

 

Informationen für Eltern:

Elternbrief

Fördertipps Lesen und Rechtschreiben

 


Konzentration - Aufmerksamkeit - AD(H)S

Konzentration bzw. „sich konzentrieren“ bedeutet, den Fokus der eigenen Aufmerksamkeit willentlich auf eine bestimmte Sache (z. B. den Unterricht oder den Lernstoff) zu lenken und ihn dort zu halten, auch wenn andere Einflüsse ablenkend wirken. Ablenkende Einflüsse müssen ausgeblendet werden. Nicht nur ein Mangel an Fokussierung (= Ablenkbarkeit) kann dabei als Beeinträchtigung der optimalen Konzentrationsleistung verstanden werden. Auch ein übermäßiges, starres Fokussieren kann in verschiedenen (schulischen) Situationen ungünstig sein, weil z. B. Arbeitsanweisungen oder ergänzende Information der Lehrkraft nicht wahrgenommen werden.

Die Zeitspanne, über die sich Kinder und Jugendliche optimal konzentrieren können, ist begrenzt: Bei Grundschülern beträgt sie durchschnittlich etwa 15-20 Minuten, bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe etwa 20-30 Minuten. Danach kommt es zu Ermüdungserscheinungen, wie z. B. gedankliches Abschweifen, Ablenkbarkeit, Anstieg der Fehlerhäufigkeit, Leistungsabfall etc., und eine Lern- oder Arbeitspause wird nötig. Allerdings unterscheiden sich einzelne Kinder und Jugendliche in ihrer Konzentrationsfähigkeit deutlich. Die Spannweite reicht von Schülerinnen und Schülern, die schon im Grundschulalter eine vergleichsweise ausdauernde Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung zeigen, bis hin zu solchen, die sich auch in der weiterführenden Schule kaum oder nur kurz auf eine Sache konzentrieren können.

Eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit kann vielfältige Ursachen haben: Schlafmangel, Überforderung oder Langeweile, visuelle oder auditive Wahrnehmungsdefizite oder eine vorliegende Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS; s. unten). Auch psychische Erkrankungen (wie Depressionen oder Traumafolgestörungen) können Konzentrationsprobleme zur Folge haben.

Probleme im Bereich von Konzentration und Aufmerksamkeit zählen zu den häufigsten Anmeldegründen in der Regionalen Schulberatungsstelle. Sie haben für die betroffenen Kinder und Jugendlichen eine Reihe von negativen Folgen. Nicht nur, dass Konzentrationsschwierigkeiten unmittelbar zu Frust und Misserfolgen führen (erhöhte Fehlerwahrscheinlichkeit, Ärger mit Lehrkräften und Eltern); sie können zugleich die Ursache für eine Reihe weiterer Schulprobleme sein (generelle Leistungsprobleme oder Teilleistungsschwierigkeiten, aber auch Schul- und Leistungsängste oder Konflikte mit Mitschülern).

Was Kindern und Jugendlichen mit Konzentrationsproblemen beim Lernen hilft:

  • Regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf
  • Ein gut gelüfteter (Klassen-)Raum
  • Eine ruhige, reizarme Arbeitsatmosphäre
  • Angemessene Anforderungen, erreichbare (Teil-)Ziele
  • Viel Struktur und kurzfristige Rückmeldungen
  • Bewegung und Spiel
  • Ein günstiges emotionales Unterrichtsklima
  • Geduldige und verständnisvolle Erwachsene
  • Ein entspannter, kooperativer Umgang miteinander

Ausführliche Informationen zum Thema AD(H)S finden Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte auf den Seiten des ADHS-Informationsportals unter http://www.adhs.info!

 


Hausaufgaben - Tipps für Eltern

Fragt man Eltern nach der Hausaufgabensituation, sind frustriertes Seufzen, stilles Kopfschütteln oder der Ausruf „Eine Katastrophe!“ keine Seltenheit! Hausaufgaben sind das markanteste Bindeglied zwischen Schule und Zuhause. Was in der Schule schon Schwierigkeiten gemacht hat, lässt die Kinder Zuhause nicht gerade in Jubelschreie ausbrechen. Aber wie soll man mit Kindern umgehen, die die Erledigung der Hausaufgaben immer wieder nach hinten schieben, häufig nach Mama oder Papa rufen, ewig an den Hausaufgaben sitzen, anfangen zu weinen, Wutausbrüche bekommen oder mit dem Satz „Ich bin zu dumm dafür!“ aufgeben?

Wir haben hier einige Tipps zum Thema Hausaufgaben für Eltern zusammengestellt:

 

Zeitrichtlinien

Klasse 1 und 2: ca. 30 min

Klasse 3 und 4: ca. 40 min

Klasse 5 und 6: ca. 90 min

Klasse 7 bis 10: ca. 120 min

 

Hausaufgabenzeit

  • Ermöglichen Sie eine Erholungspause nach der Schule (ca. 30min).
  • Legen Sie gemeinsam eine Anfangszeit für die Hausaufgaben fest.
  • Stimmen Sie die Hausaufgabenzeit mit Freizeitaktivitäten ab.
  • Planen Sie kurze Pausen ein (z. B. zum Trinken, Ausstrecken, aber nicht zum Spielen!).

 

Arbeitsplatz

  • Richten Sie den Schreibtisch im Kinderzimmer, wenn möglich, zur Wand hin aus.
  • Befreien Sie den Schreibtisch von Spielsachen und statten ihn gemeinsam nur mit den nötigen Dingen für die Hausaufgabenerledigung aus.
  • Sorgen Sie für gute Beleuchtung (bei Rechtshändern von links, bei Linkshändern von rechts).
  • Schaffen Sie genügend Platz zum Verstauen von Arbeitsmaterial sortiert nach Fächern.
  • Stellen Sie einen verstellbaren / körpergerechten Stuhl zur Verfügung.
  • Achten Sie auf eine entspannte und ruhige Arbeitsatmosphäre.
  • Bleiben Sie als Ansprechperson in der Nähe.

 

Hausaufgaben begleiten

  • Erstellen Sie einen Hausaufgabenplan. Dieser sieht aus wie ein normaler Stundenplan, hat aber für jedes Fach etwas Platz, wo eingetragen werden kann bis wann welche Hausaufgabe zu erledigen ist (nicht wann sie aufgegeben wurde).
  • Tragen Sie täglich gemeinsam die aufgegebenen Hausaufgaben in den Hausaufgabenplan ein (für diese und die nächste Woche).
  • Sprechen Sie ab, welche Hausaufgaben alleine erledigt werden können, bei welchen noch Hilfe benötigt werden könnte und welche gemeinsam gemacht werden sollten.
  • Legen Sie gemeinsam die Reihenfolge der Hausaufgaben fest (schwere Hausaufgaben zuerst machen und sich mit leichteren Hausaufgaben „belohnen“).
  • Bilden Sie überschaubare und zu bewältigende Aufgabenpakete (dazwischen Pause möglich).
  • Wenn Sie gerufen werden, helfen Sie durch gezieltes Fragen, aber lösen Sie die Aufgaben nicht selbst.
  • Leiten Sie zum Anwenden von Lernstrategien an (Was muss ich tun? Was mache ich als erstes? Was brauche ich dafür?).
  • Loben Sie bereits erfolgreich erledigte Aufgaben.
  • Wenn Sie Fehler entdecken, fragen Sie neugierig nach (z.B. „Wie bist du auf dieses Ergebnis gekommen?“).
  • Überprüfen/Korrigieren Sie die Hausaufgaben, aber lassen Sie sie nicht komplett neu machen (die Lehrkräfte sollten wissen, an welcher Stelle es Schwierigkeiten gab).
  • Haken Sie die erledigten Hausaufgaben gemeinsam ab, um Erfolgserlebnisse zu schaffen (Punkte kleben, ausmalen, etc.).
  • Verwenden Sie den Hausaufgabenplan im Anschluss als Hilfe für das Ranzenpacken.
Trödeln

Wenn Ihr Kind zum Trödeln neigt, um Zeit mit Ihnen zu verbringen, schlagen Sie eine gemeinsame Zeit von zwei Stunden vor, in der die Hausaufgaben erledigt werden müssen. Die restliche Zeit wird zum gemeinsamen Spielen genutzt. Je schneller die Hausaufgaben erledigt sind, desto mehr Zeit bleibt zum Spielen. (Wichtig ist, dass dann auch bis zum Ablauf dieser zwei Stunden gespielt wird.)

Sie können auch Zeitwetten abschließen: Gucken Sie sich die Aufgaben an und wetten Sie sehr großzügig, wie lange Ihr Kind dafür brauchen wird. Ihr Kind versucht die Zeit zu unterbieten und erhält bei Erfolg auch den vereinbarten Wetteinsatz.

 

Gewöhnen Sie sich gemeinsam an dieses gleichbleibende Vorgehen und versuchen Sie Ihr Kind Schritt für Schritt an ein selbstständiges Arbeiten heranzuführen, indem Sie die enge Begleitung nach und nach reduzieren.