Kreis Minden-Luebbecke

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Meldepflicht zum Antibiotikaeinsatz

Mit der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes soll die Antibiotikaanwendung in der Nutztierhaltung reduziert und gleichzeitig die Entstehung resistenter Bakterien verhindert werden.

Um das Ziel zu erreichen, sind die Halter von Masttieren (Rinder, Schweine, Hühner und Puten) seit dem 01.07.2014 verpflichtet, Tierzahlen und im Bestand eingesetzte Antibiotikamengen halbjährlich zu melden.

Wer ist meldepflichtig?

Es besteht eine Meldepflicht, wenn pro Nutzungsart die aufgeführte Tierzahl durchschnittlich im Halbjahr gehalten wird:

NutzungsartBeginnTierzahl

Mastkalb bis einschließlich 8 Monate

ab dem Absetzen

20
Mastrind ab einem Alter von mehr als 8 Monate ab einem Alter von mehr als 8 Monate 20
Mastferkel bis zu einem Gewicht von einschließlich 30 kg ab dem Absetzen 250
Mastschwein mit einem Gewicht von mehr als 30 kg ab einem Gewicht von mehr als 30 kg 250
Masthühner ab dem Schlupf 10.000
Mastputen ab dem Schlupf 1.000

Jede Nutzungsart ist einzeln zu betrachten und einzeln zu melden. Welche Tiere zur Mast bestimmt sind, legt grundsätzlich der Tierhalter selbst fest. Bei Zweifeln, ob eine Meldepflicht besteht, kann der Tierzahlrechner des bayerischen Landesamtes genutzt werden.

Schweine:
Die Grenze von 30 kg dient der Trennung von Aufzucht und Mast. Eine Schwankung von +/- 5 kg kann akzeptiert werden.

Rinder:
Bei Milchviehbetrieben gelten männliche abgesetzte Kälber mit Beginn der 5. Lebenswochs als Mastkälber. Bei Mutterkuhbetrieben gelten die Kälber als abgesetzt, wenn sie vom Muttertier räumlich getrennt werden, spätestens mit 8 Monaten.

Was, wann und wohin muss gemeldet werden?

Folgende Meldungen sind zu machen:

Regelmäßig pro Halbjahr vom 01.01. bis 14.07. bzw. 01.07. bis 14.01.

jeweils zum Halbjahr
  • Überprüfung der Nutzungsart (Bin ich mitteilungspflichtig?)
jeweils regelmäßig pro Halbjahr

Meldung

  • des Anfangtierbestandes
  • der Tierbestandsveränderungen
  • der Antibiotikamengen
jeweils nach Ende eines Halbjahres


Wenn keine Antibiotika eingesetzt worden sind, sollte eine freiwillige Nullmeldung in der HIT TAM-Datenbank eingegeben werden (Tieranfangsbestand und Bestandsveränderungen müssen nicht erfasst werden).

Zur Kontrolle Ihrer Eingaben in der HIT TAM-Datenbank können Sie diesen Überprüfungsbogen nutzen.

Tierhalter-Versicherung

Bei eingesetzten Antibiotika muss nach Ende des Halbjahres eine schriftliche Tierhalter-Versicherung an die AFC Public Services GmbH abgeben werden (jeweils zwischen dem 01. und 14.01. und dem 01. und 14.07.).

Die Meldungen sollten direkt in der HIT TAM-Datenbank vorgenommen werden. Ist dieser Weg nicht nutzbar, bitte Kontakt mit AFC Public Services GmbH aufnehmen. Schriftliche Mitteilungen sind gebührenpflichtig.

per Fax: 0228 / 98579-79
(bevorzugt; Faxprotokoll aufbewahren)
per E-Mail: info@afc.net (bevorzugt; eingescannte Tierhalter-Versicherung mit Unterschrift, gesendete E-Mals als Nachweis aufbewahren)

Postanschrift:

AFC Public Servies GmbH,
Dottendorfer Straße 82, 53129 Bonn

Telefon-Hotline: 0228 / 98579-85 (Mo-Fr von 8:00 bis 12:00 Uhr; Dezember bis Februar und Juni bis September auch 12:00 bis 18:00 Uhr)

Die Arbeitsanweisung zur HIT TAM-Datenbank sowie der Frage- und Antwort-Katalog des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW bietet Hilfen, wenn im Zusammenhang mit der Meldepflicht Unklarheiten bestehen.

Kennzahlen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) errechnet die Kennzahlen, die der Tierhalter mit seiner individuellen Therapiehäufigkeit abzugleichen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zu ergreifen hat:

Kennzahl Betriebe Maßnahme
1 Betriebe, die in der Therapiehäufigkeit über der Kennzahl 1 liegen Beratungsgespräch zur Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes mit dem Hoftierarzt vereinbaren.
2 Betriebe, die in der Therapiehäufigkeit über der Kennzahl 2 liegen Sie müssen sich von Ihrem Hoftierarzt beraten lassen und einen schriftlichen Maßnahmenplan erstellen. Dieser ist dem Veterinäramt vorzulegen.

Maßnahmenplan für Einzeltierbehandlungen bei der Tierart Rind über acht Monate

Für Einzeltierbehandlungen bei Mastrindern über acht Monaten muss kein ausführlicher Maßnahmenplan erstellt werden. In diesen speziellen Fällen reicht es aus, den Maßnahmenplan für Einzeltierbehandlungen sowie eine Kopie der Abgabebelege zur Antibiotika-Anwendung (AuA-Belege) einzureichen.