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Trotz Digitalisierung: Die gedruckte Broschüre ist nach wie vor beliebt | 18.12.2017

Trotz Digitalisierung: Die gedruckte Broschüre ist nach wie vor beliebt

Landrat Dr. Ralf Niermann besucht Drake Media in Bad Oeynhausen

4,8 Millionen geklebte Broschüren seit Mai dieses Jahres: Der gerade angeschaffte Klebebinder ist das neue Glanzstück bei der Druckerei Drake Media in Bad Oeynhausen. Davon konnte sich auch Landrat Dr. Ralf Niermann überzeugen. Gemeinsam mit Oliver Gubela (Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung) folgte er der Einladung Reinhard Drakes, Gesellschafter und Gründer des Unternehmens, um sich in der größten Druckerei im Mühlenkreis umzuschauen. Neben einer Führung durch die neuen Büroräume und die Produktionshallen, stand auch ein Gespräch zur Ausbildungssituation und weiteren aktuellen Herausforderungen auf dem Programm.

Eine Frage interessierte die Gäste aus der Kreisverwaltung dabei ganz besonders: Hat die zunehmende Digitalisierung negative Auswirkungen auf das traditionelle Handwerk der Druckerei? Drake konnte in dieser Hinsicht allerdings beruhigen: „Das gedruckte Produkt ist nach wie vor beliebt.“ Auch Rudolf Becker, kaufmännischer Leiter, stimmt ihm zu: „ Die Menschen wollen immer noch Prospekte in den Händen halten, da diese Emotionen wecken. Man legt es an die Seite und holt es immer wieder hervor, bis eine Entscheidung getroffen ist. Onlinewerbung kann das in diesem Umfang nicht leisten.“

Mit einer Herausforderung sehen sich Drake und Becker aber dennoch konfrontiert: die Überfokussierung auf den akademischen Ausbildungsbereich. Das Unternehmen bildet regelmäßig selbst in Berufen wie Medientechnologe Druck sowie Weiterverarbeitung und Mediengestalter für Digital- und Printmedien aus. Allerdings wollen immer mehr junge Menschen lieber studieren, als ein klassisches Handwerk lernen. In diesem Zusammenhang wiesen Dr. Niermann und Gubela auch auf das neue Standortportal hin, auf dem sich Unternehmen im Mühlenkreis vorstellen können. Ziel ist die Gewinnung von jungen Fachkräften. Auch Becker und Drake sehen hierin eine Chance, künftig wieder mehr junge Menschen für klassische Ausbildungsberufe im Druckereigewerbe zu begeistern. „Hochqualifizierte Auszubildende oder Fachkräfte sind gut. Hochmotivierte sind aber noch besser“, so Becker.

Die wachsenden Umsatzzahlen belegen die große Beliebtheit der Prospektwerbung. Seit 2010 hat es in jedem Jahr einen Umsatzzuwachs gegeben. Allein im letzten Jahr konnte die Drake-Gruppe einen Umsatz von 30,3 Millionen Euro verbuchen. Auch die Mitarbeiterzahl wächst stetig an. 25 Mitarbeiter sind im letzten halben Jahr eingestellt worden. Im Schnitt werden bei Drake Media etwa 20.000 Tonnen Papier mit 600 Tonnen Farbe pro Jahr bedruckt und inzwischen in 38 Länder geliefert. Drake weist allerdings auch darauf hin, dass es notwendig sei, immer auf dem neusten Stand der Technik zu sein, damit das Unternehmen weiter wachsen kann. Investitionen in neue Maschinen wie den Klebebinder sind eine Herausforderungen, aber erforderlich.

Reinhard Drake gründete gemeinsam mit Dietmar Huber 1971 das Druck Center Drake + Huber GmbH. 2012 folgten die Color Rollenoffset GmbH und das color direct Medien Druckhaus. Inzwischen ist Sohn Meik Drake geschäftsführender Gesellschafter. Auch der weitere geschäftsführende Gesellschafter Hendrik Struckmeier arbeitet in zweiter Generation für die Drake Gruppe. Sein Vater arbeitet bereits seit über 30 Jahren in dem Bad Oeynhauser Unternehmen. Die Drake-Gruppe gehört zu einer der größten Druckereien in Ostwestfalen. Automobilhersteller wie BMW und Porsche lassen ihre Hochglanzbroschüren dort fertigen. Außerdem gehören auch VW und Nissan, viele Möbelhäuser, Küchenhersteller und Mobilfunkanbieter zum Kundenstamm des Bad Oeynhauser Unternehmens. Und auch für kleinere ortsansässige Betriebe und Vereine druckt Drake Media regelmäßig. Ob als Zeitungsbeilage oder als Auslage in Geschäften, Broschüren der Drake-Gruppe sind nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt zu finden.

 

Fotos: Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke

Foto (v.l.): Oliver Gubela (Amt für Wirtschaftsförderung), Reinhard Drake (Gesellschafter Drake Media), Dr. Ralf Niermann (Landrat)

Autor: Janine Küchhold