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11.04.2018

Einsatzkräfte unterstützen in Paderborn

Einsatzkräfte aus dem Mühlenkreis unterstützen bei Evakuierung nach Fund einer Fliegerbombe in Paderborn

Vor knapp zwei Wochen wurde bei Bauarbeiten auf einem Privatgrundstück unweit der Universität in Paderborn eine britische Fliegerbombe aus dem 2.Weltkrieg gefunden. Aufgrund der Größe der Bombe (1,8 Tonnen mit 1,5 Tonnen Sprengstoff) und der damit verbundenen Sprengkraft wurde für die Entschärfung am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Evakuierung notwendig. In einem Radius von etwa 1,5 Kilometern um den Fundort mussten mehr als 26.000 Einwohner ihre Wohnung verlassen. In dem Evakuierungsgebiet waren davon auch vier Krankenhäuser, vier Seniorenheime und ein Hospiz betroffen.

Rund 1200 haupt- und ehrenamtliche Kräfte waren am Sonntag im Einsatz - darunter 574 Kräfte des Sanitäts- und Rettungsdienstes aus Nordrhein-Westfalen, insbesondere aus Ostwestfalen-Lippe. Aus dem Kreis Minden-Lübbecke unterstützte eine sog. „Betreuungsplatzbereitschaft“ (BTP-B 500) und ein „Patiententransportzug“ (PT-Z 10 NRW) mit rund 100 Einsatzkräften die größte Evakuierungsaktion der Nachkriegszeit in Paderborn.

Die Betreuungsplatzbereitschaft wird aus Kräften des DRK der Kreisverbände Minden und Lübbecke gebildet und kann autark 500 Personen über einen längeren Zeitraum betreuen und verpflegen. Die Einheit unter der Leitung des Verbandführers Daniel Watereus machte sich um etwa halb sechs Uhr am Sonntag auf den Weg und richtete in der Sammelstelle an Benteler Arena einen Betreuungsplatz für Evakuierte ein. Hier wurden Bürgerinnen und Bürger aus dem Sperrgebiet, die nicht bei Verwandten oder Bekannten den Zeitraum der Entschärfung überbrücken konnten, gut verpflegt. Gegen 17 Uhr konnten die Helfer dieser Einheit wieder den Heimweg antreten.

Deutlich länger war die Einsatzkomponente Patiententransportzug (PTZ) gefordert. Diese Einheit für den Transport von zahlreichen Patienten besteht aus mehreren Notarztwagen, Rettungswagen und Krankentransportwagen. Sie wird bei vorgeplanten Einsätzen aus Fahrzeugen der Hilfsorganisationen DRK und Johanniter Unfallhilfe gebildet und bei ad-hoc Einsätzen gegebenenfalls aus dem Regelrettungsdienst verstärkt. Diese Einheit unter der Führung des Organisatorischen Leiters Rettungsdienst Volker Dau und dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Dr. Gunter Veit (beide Kreis Minden-Lübbecke) rückten bereits um 3 Uhr30 in der Frühe Richtung Paderborn ab. Ihre Aufgabe war es, bei der Verlegung der Patienten aus den Krankenhäusern im Sperrgebiet und der Rückführung nach der Entschärfung mitzuwirken. Während der Evakuierungsphase diente der PTZ aus dem Mühlenkreis als Reserve für eventuelle Engpässe und notwendige ad-hoc Einsätze. Bei der Rückverlegung übernahm der PTZ dann alle liegend zu transportierenden Kinder aus dem St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten und führte diese zurück nach Paderborn in die Frauen- und Kinderklinik St. Louise. Nachdem auch der letzte kleine Patient wieder wohlbehalten in Paderborn angekommen war, ging gegen 22 Uhr auch für diese Helfer ein langer und nicht alltäglicher Einsatz zu Ende.

Vor Ort informierte sich Michael Kirchhoff, Leiter der Arbeitsgruppe Bevölkerungsschutz beim Kreis Minden-Lübbecke, über den Verlauf des Einsatzes. „Unsere Kolleginnen und Kollegen aus Paderborn hatten den Einsatz sehr akribisch und detailliert vorbereitet. Ich konnte gute Erkenntnisse für die eigene Arbeit im Krisenstab gewinnen.“ Besonderer Dank gebührt aber den zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Kräften der Hilfsorganisationen, des Rettungsdienstes, der Verwaltungen, des Technischen Hilfswerkes und der Feuerwehr aus ganz OWL. Hier war es beeindruckend mitzuerleben, wie hoch professionell und in hervorragendem Miteinander dieser schwierige Einsatz bewältigt wurde. Es ist beruhigend zu wissen, dass sich die Menschen in unserer Region bei den zahlreichen Gefahrenlagen jederzeit auf ihre Einsatzkräfte verlassen können.“