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26.10.2020

Bildung in Zahlen: Strukturelle Veränderungen des Schulsystems in der Bildungsregion Minden-Lübbecke*

Seit über 10 Jahren baut der Kreis Minden-Lübbecke seine regionalen Bildungsnetzwerke auf und aus.

In dieser Zeit hat sich auch mit dem Schulkonsens NRW aus dem Jahr 2011 das Schulsystem der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen erweitert. Neben den bereits bestehenden Schulformen ist die Sekundarschule als neue Schulform hinzugekommen.

Mit dieser Schulform wird der Ansatz des längeren gemeinsamen Lernens (inklusives Lernen) umgesetzt, gleichzeitig bereitet sie Schülerinnen und Schüler sowohl auf die berufliche Ausbildung als auch auf die Hochschulreife vor. In der Regel wird die Sekundarschule als Ganztagsschule geführt.

In dem Spektrum des um die Sekundarschulen erweiterten Schulsystems stehen alle Schulformen gleichberechtigt nebeneinander. Schulpolitisch wird damit das Ziel verfolgt, ein Schulsystem zu etablieren, das der Verschiedenheit der Kinder und Jugendlichen gerecht wird.

Im Kreis Minden-Lübbecke führt die Erweiterung des Schulsystems zu einer verstärkten Nachfrage nach den neu etablierten Sekundarschulen und damit einhergehend zu einer geringeren Nachfrage insbesondere der Hauptschulen, aber auch der Realschulen und Förderschulen:

Im Schuljahr 2012/13 wird die erste Sekundarschule eröffnet, seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es im Mühlenkreis insgesamt sechs Sekundarschulen. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich analog die Anzahl der Hauptschulen deutlich reduziert (von elf auf aktuell noch zwei Hauptschulen), die Anzahl der Realschulen hat sich fast halbiert (von 11 auf 6 Realschulen) und die Anzahl der Förderschulen ist um fast ein Viertel zurückgegangen (von 16 auf 11 Förderschulen). Nicht betroffen von der Einführung der Sekundarschulen ist die Anzahl der Gesamtschulen und Gymnasien.

Die unterschiedliche Nachfrage nach bestimmten Schulformen wird ebenso sichtbar mit Blick auf die Veränderung der prozentualen Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die unterschiedlichen Schulformen:

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Sekundarschulen im Mühlenkreis besuchen, hat seit dem Schuljahr 2013/14 klar zugenommen (von zwei auf 15 Prozent).

Der Anteil der Hauptschülerinnen und -schüler ist deutlich rückläufig (von elf auf zwei Prozent), ebenso wie der Anteil der Realschülerinnen und Realschüler (von 22 auf 12 Prozent) und – in geringerem Maße – auch der Anteil der Schülerinnen und -schüler an Förderschulen (von sieben auf sechs Prozent).

Während die Gesamtschulen und Gymnasien in ihrer Anzahl in den vergangenen 10 Jahren konstant geblieben sind, verzeichnen die Gesamtschulen einen Anstieg des Anteils an Schülerinnen und -schülern (von 21 auf 26 Prozent), und die Gymnasien eine Verringerung des Anteils an Schülerinnen und Schülern (von 38 auf 35 Prozent).

* Auf die Freie Waldorfschule und die Primus-Schule – als jeweils einzige Schule ihrer Schulform – wird an dieser Stelle nicht gesondert eingegangen.