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15.11.2021

Aus Ideen werden Produkte

Maschinenhalle am Campus Minden

Mit scheinbarer Leichtigkeit biegt die Maschine ein Blech in einen rechten Winkel. Ein anderes Gerät fräst präzise einen Metallblock in die gewünschte Form und in der Spritzgießmaschine lässt sich die Serienproduktion von Stapelkästen nachahmen. Seit 2015 bietet die Maschinenhalle am Campus Minden der Fachhochschule (FH) Bielefeld mit ihren zahlreichen Geräten den Studierenden eine praxisnahe Ausbildung.

„Ein technisches Studium ist sehr theoretisch und mit viel Mathematik verbunden. In der Maschinenhalle können wir diese Theorie mit praktischen Tätigkeiten verknüpfen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Daniel Paßmann. Er lehrt am Fachbereich im Lehrgebiet Kunststofftechnik und arbeitet gemeinsam mit den Studierenden an Geräten wie der Spritzgieß- oder Tiefziehmaschine. 

Aus Eiswürfelformen werden Bauteile

„Mit einer Tiefziehmaschine lässt sich beispielsweise eine Art Eiswürfelform aus Kunststoff herstellen. Eine flache Kunststoffplatte wird hierzu in einem Ofen erhitzt. Mithilfe eines größeren, haushaltsüblichen Staubsaugers erzeugen wir dann ein Vakuum. Dadurch wird die Kunststoffplatte über die gewünschte Form gezogen und wir erhalten einen Abdruck“, erklärt Prof. Paßmann. Mit der Form lassen sich dann die gewünschten Bauteile nachproduzieren.

Selbstständig eigene Produkte entwickeln

Prof. Paßmann leitet gemeinsam mit Hubertus Lübbesmeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Minden, die Maschinenhalle. Paßmann schätzt am Campus Minden, dass die Studierenden die komplette Produktentwicklungskette kennenlernen. „Die Maschinenhalle ist hierbei unerlässlich, um die Studierenden ans Tüfteln und die Entwicklung von technischen Ideen heranzuführen. Bei uns können sie lernen, selbstständig eigene Projekte zu entwickeln.“

Auch Prof. Dr.-Ing. Vanessa Uhlig-Andrae arbeitet mit ihren Studierenden in der Maschinenhalle. Sie leitet den Studiengang Maschinenbau am Campus Minden. In ihrem Lehrgebiet der Fertigungstechnik beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Fertigungsverfahren der Metallverarbeitung: Drehen, Fräsen, Bohren sowie umformende Verfahren, etwa zum Biegen von Metallblechen.

Portable Fräsmaschine für Schulbesuche

„Im Rahmen eines Studierendenprojekts haben wir eine portable Fräsmaschine entwickelt, die wir für Infoveranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern nutzen können“, berichtet Professorin Uhlig-Andrae. Bei Schulbesuchen können die Schülerinnen und Schüler hautnah miterleben, wie in der Maschine kleine Metallskulpturen gefräst werden. Und als kleines Andenken können sie diese mit nach Hause nehmen.

Im CAD-Labor Ideen entwickeln und in der Maschinenhalle umsetzen

Die Maschinenhalle wurde 2015 mit dem Bezug des neuen Gebäudes D am Campus Minden eingeweiht. Sie bildet einen wichtigen Teil in der Prozesskette am Campus Minden, zusammen mit dem CAD-Labor. Hier können die zu fertigenden Teile in CAD-Systemen entworfen werden, um diese dann in der Maschinenhalle anzufertigen. CAD, das steht für Computer-Aided Design. Früher wurden Konstruktionen am Zeichenbrett mit Papier und Bleistift kreiert. Heute geschieht dies am Rechner.

Die Maschinenhalle kann von allen Studierenden der praxisintegrierten Bachelorstudiengänge genutzt werden (Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen) – und auch von Studierenden des neuen Masterstudiengangs „Integrierte Technologie- und Systementwicklung“, der seit dem Sommersemester 2020 angeboten wird. Aber auch Studierende aus anderen Studiengängen wie Informatik oder Architektur können auf die vielfältigen Fertigungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Bild 1: Maschinenhalle am Campus Minden (Foto: Felix Hüffelmann/FH Bielefeld).
Bild 2: Prof. Dr.-Ing. Daniel Paßmann (Foto: Felix Hüffelmann/FH Bielefeld).
Bild 3: Prof. Dr.-Ing. Vanessa Uhlig-Andrae (Foto: Felix Hüffelmann/FH Bielefeld).

Bild 4: Maschinenhalle (Foto: Felix Hüffelmann/FH Bielefeld).

Quelle Text: FH Bielefeld