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08.06.2021

Neues MINT-Nachwuchsbarometer 2021

Das aktuelle MINT Nachwuchsbarometer 2021 von acatech und Körber-Stiftung wurde am 6.Mai der Öffentlichkeit vorgestellt. Es untersucht jährlich die Situation der technischen und naturwissenschaftlichen Bildung in Deutschland und zeigt die Problemstellen im deutschen Bildungssystem deutlich auf:

   

Zu viele Ausbildungsabbrüche im MINT-Bereich 

Jedes fünfte MINT-Ausbildungsverhältnis in Deutschland wird abgebrochen. Zurückzuführen ist die hohe Abbruchquote teils auf eine fehlende Passung, teils auf eine fachliche Überforderung im Ausbildungsberuf. Zudem wurden im Jahr 2020 mit 160.000 Ausbildungsverträgen im MINT-Bereich rund 21.000 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr. Ein Viertel des Rückgangs ist laut Bundesagentur für Arbeit auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.

Ein Viertel der Grundschulkinder nicht kompetent genug in Mathe

Rund ein Viertel der Kinder erreicht nicht die für die weiterführende Schule erforderlichen mathematischen Kompetenzen. Inzwischen sind die Kompetenzen der Grundschulkinder im Vergleich zur EU und OECD sogar mittlerweile unterdurchschnittlich.  Zudem gibt es zu viele leistungsschwache MINT-Schülerinnen und Schüler in Deutschland. In den Naturwissenschaften – in der Grundschule im Sachkundeunterricht integriert – ist diese Gruppe seit 2015 sogar angewachsen.

Tatjana König, Vorständin der Körber-Stiftung, betont die Bedeutung guter MINT-Bildung für alle Schülerinnen und Schüler: „Die Schulschließungen aufgrund der Pandemie führen uns besonders schmerzhaft vor Augen, dass chancengerechte Bildung für alle Kinder und Jugendliche unabhängig von ihren kulturellen und sozialen Hintergründen sowie ihrem Geschlecht noch lange nicht erreicht ist.“ 

Stereotype Fächerwahl

Die Physik-Leistungskurse sind in Deutschland nach wie vor von Schülern dominiert. Nur jedes vierte Kursmitglied ist weiblich. Zudem wurden nur 11 Prozent der neu abgeschlossenen MINT-Ausbildungsverträge von jungen Frauen abgeschlossen, ein ingenieurwissenschaftliches Studium beginnen nur etwa 25 Prozent. 

Stabile Zahl der MINT-Studienanfänger*innen bei steigendem Bedarf

Die Zahl der MINT-Studienanfängerinnen und -anfänger ist weitestgehend stabil. Doch auch wenn sich Studienanfängerzahlen im Lehramtsstudium Informatik seit 2015 sogar fast verdoppelt haben, sind es mit 159 Studienabschlüssen im Jahr 2020 zu wenige, um angemessen auf die erhöhten Bedarfe zu reagieren. 

Der neue acatech Präsident Jan Wörner stellt den Wert von MINT-Bildung heraus: „Die Herausforderungen der Gegenwart wie der Zukunft sind ohne MINT nicht zu lösen: Für Pandemie-Bekämpfung, Klimaschutz oder digitale Transformation braucht es technische und naturwissenschaftliche Bildung. MINT-Wissen macht die Welt aber ganz allgemein zu einem noch interessanteren Ort – diese Perspektive müssen wir den Menschen eröffnen.“

Hintergrund

Das MINT Nachwuchsbarometer ist ein bundesweiter Trendreport. Der Bericht versammelt und kommentiert die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zur Nachwuchssituation im MINT-Bereich von der frühen Bildung bis zur beruflichen Ausbildung und zum Studium. Der kompakte Überblick liefert eine empirisch fundierte Planungs- und Entscheidungshilfe für die Verantwortlichen in Bildung, Politik und Wirtschaft. Das MINT Nachwuchsbarometer wird von der Körber-Stiftung und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gemeinsam herausgegeben und vom IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik erstellt.

Ergebnispräsentation:

https://www.youtube.com/watch?v=F2R9lqay8tk&t=7s

Weiterführende Informationen:

Körber Stiftung

Quelle: Körber Stiftung