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Pflegekinderdienst

Die Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie ist eine stationäre Hilfe zur Erziehung gemäß § 33 SGB VIII, Vollzeitpflege.
Der Pflegekinderdienst des Kreises Minden-Lübbecke qualifiziert potenzielle Pflegeeltern zur Aufnahme eines Pflegekindes, vermittelt Kinder in Pflegefamilien und begleitet und berät die Pflegefamilie sowie die leiblichen Eltern während und nach der Vermittlung und Unterbringung.
Die Städte Bad Oeynhausen, Minden und Porta Westfalica haben eigene Pflegekinderdienste.

Die Unterbringung in einer Pflegefamilie ist ein bedeutsames Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Das Aufwachsen in einer Pflegefamilie eröffnet wertvolle Chancen für eine gelingende Entwicklung. Kindern wird durch das Familienleben die Bewältigung belastender Erfahrungen ermöglicht.
Ziel der Unterbringung ist, dem Kind eine stabile und positive Persönlichkeitsentwicklung in einer fremden oder verwandten Familie mit Bezug zur Herkunftsfamilie zu ermöglichen.

Vollzeitpflegeformen

Unterschieden werden 3 Formen der Pflegefamilien:

  • Fremdpflege
  • Verwandtenpflege
  • Netzwerkpflege

Kinder finden mittel- oder langfristig ein Zuhause in einer Pflegefamilie.

Bereitschaftspflege

Bis zum 12. Lebensjahr können Kinder zur Klärung der familiären Verhältnisse vorübergehend in einer Bereitschaftspflegefamilie betreut und versorgt werden.

Interessierte für die Tätigkeit als Bereitschaftspflegeperson/-en müssen neben den beschriebenen allgemeinen Voraussetzungen ein hohes Maß an Flexibilität mitbringen. Kinder werden kurzfristig in Notsituationen aufgenommen, ohne dass vorher eine „Passung“ erfolgen kann. Die Dauer der Aufnahme variiert zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten.

Die Unterbringung in der Bereitschaftspflegefamilie wird genutzt, um die weitere Lebensperspektive des Kindes und der Herkunftsfamilie zu klären. Aufgrund des ungewissen Ausganges finden vermehrt Besuchskontakte zur leiblichen Familie statt.

Darüber hinaus ist die Begleitung der Kinder zu Arztterminen und in manchen Fällen die Zusammenarbeit mit Familiengerichten und Gutachter/-innen erforderlich.

Bewerberverfahren

Die zu vermittelnden Kinder und Jugendlichen unterscheiden sich in ihrer Persönlichkeit und ihren bisherigen Lebenserfahrungen. Von daher ist eine große Vielfalt an potenziellen Pflegeeltern mit unterschiedlichen Ressourcen und Lebensentwürfen unerlässlich, um (eine) passende Pflegeperson(en) für das Kind /den Jugendlichen auswählen zu können. Das Wohl des Kindes/Jugendlichen steht im Mittelpunkt. Für das Kind/den Jugendlichen werden die am besten geeigneten Bewerber/-innen gesucht. 

Der Kreis Minden-Lübbecke sucht engagierte, zuverlässige und empathische Personen, die bereit sind, einem Kind oder Jugendlichen einen sichereren Ort in ihrer Familie auf Dauer oder auf Zeit anzubieten. Die zu vermittelnden Kinder und Jugendlichen benötigen einen geschützten Rahmen, in dem sie mit ihren Lebenserfahrungen und ihrer Geschichte angenommen werden. Es bedarf Geduld und einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen um gegenseitiges Vertrauen zu entwickeln.

Interessierte können sich an den Pflegekinderdienst des Kreises Minden-Lübbecke wenden. In einem Erstinformationsgespräch wird der Ablauf des Bewerberverfahrens erläutert. Das Bewerberverfahren umfasst mehrere Gesprächstermine sowie ein Wochenendseminar um die Lebenssituation und Persönlichkeit der Bewerber erfassen zu können.

Wenn Sie Interesse an der Aufnahme eines Pflegekindes haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf.

Bisola Adiro

Tel: +49 571 807 23800

Fax: +49 571 807 33800

b.adiro@minden-luebbecke.de

Begleitung und Beratung

Der Hilfebedarf muss regelmäßig überprüft und die notwendigen Hilfen angepasst werden. § 36 SGB VIII regelt die Steuerung von Hilfen zur Erziehung. In der Regel finden 2x im Jahr Hilfeplangespräche statt. In der Hilfeplanung werden mit allen Beteiligten Ziele der Hilfe abgestimmt und schriftlich festgehalten.

Darüber hinaus erfolgt durch die Mitarbeiter/-in des Pflegekinderdienstes eine Beratung und Begleitung in Form von regelmäßigen Hausbesuchen. In krisenhaften Situationen können zusätzliche Hilfen zur individuellen Entlastung eingesetzt werden.

Herkunftsfamilie und Besuchskontakte

Ungeachtet des Lebensmittelpunktes des Kindes hat das Kind gemäß § 1684 BGB ein Recht auf Umgang mit den Eltern. Die Eltern haben ihrerseits einen rechtlichen Anspruch und die Pflicht zum Umgang mit ihrem Kind.

Besuchskontakte ermöglichen wechselseitig die Aufrechterhaltung der familiären Beziehungen und sind unerlässlich für die Identitätsbildung des Pflegekindes.

Die Planung und Ausgestaltung der Besuchskontakte richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes/Jugendlichen. Absprachen hinsichtlich der Häufigkeit, Dauer und Notwendigkeit einer Begleitung werden in der Regel in den Hilfeplangesprächen getroffen.

Pflegegeld

Pflegeeltern haben Anspruch auf Pflegegeldzahlungen. Die nach Alter des Kindes gestaffelten Beträge werden vom Nordrhein-Westfälischem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration festgesetzt.

Darüber hinaus haben Pflegeeltern Anspruch auf Elternzeit.