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Afrikanische Schweinepest (ASP)

Der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in Deutschland wurde am 10.09.2020 durch das nationale Referenzlabor des FLI bestätigt. Der Wildschweinkadaver wurde in Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze gefunden.

Die Früherkennung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche. Tote Wildschweine sollen daher auf ASP untersucht werden.
Wenn Sie ein totes Wildschwein entdecken, melden Sie diesen Fund bitte umgehend beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) unter der Telefonnummer 0049 (0)201 / 714488. Der Bereitschaftsdienst des LANUV kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.
Bitte achten Sie darauf nichts am Fundort des Kadavers anzufassen! Wenn Sie Kontakt mit dem Kadaver hatten, reinigen Sie alles so gründlich wie möglich, um eine Verbreitung zu vermeiden.

Um einen Eintrag des ASP-Virus in Hausschweineställe zu verhindern sind die Biosicherheitsmaßnahmen, die sich aus der Schweinehaltungshygieneverordnung ergeben, strikt einzuhalten und regelmäßig zu überprüfen.
Dabei kommt der Einfriedung der Betriebe und der Nutzung einer Hygieneschleuse eine zentrale Bedeutung zu – diese Punkte sind jedoch nur für große Betriebe rechtlich vorgeschrieben.
Unabhängig von den rechtlichen Anforderungen sollte jeder Betrieb diese beiden zentralen Punkte so gut wie möglich in seinem Betrieb etablieren.  

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Tierseuche, die von einem Virus verursacht wird und sowohl Haus- als auch Wildschweine infizieren kann.
Das Friedrich-Löffler-Institut stellt wöchentlich aktualisierte Karten der Ausbrüche und Restriktionszonen in Europa zur Verfügung.

Für den Menschen ist das ASP-Virus ungefährlich.

Afrikanische Schweinepest - Freiheitsstatus

Den schweinehaltenden Betrieben wird dringend empfohlen, am freiwilligen Früherkennungsprogramm zur Anerkennung als ASP-Statusbetrieb teilzunehmen.

Aus einem Gebiet, in dem ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen festgestellt wurde, ist es grundsätzlich verboten lebende Schweine zu versenden.

Unter den folgenden Voraussetzungen können Ausnahmen von diesem Verbot erteilt werden:

 Möchte ein Betrieb OHNE ASP-Status Schweine versenden, müssen die folgenden Anforderungen erfüllt werden:

  • Antrag auf Ausnahmegenehmigung,
  • die Schweine wurden seit mindestens 30 Tagen oder bei jüngeren Tieren seit ihrer Geburt in dem Betrieb gehalten,
  • mindestens 30 Tage vor der Verbringung wurden keine lebenden Schweine aus einem ASP-Restriktionsgebiet eingestallt*,
  • Blutprobenentnahme durch den Hoftierarzt innerhalb von sieben Tagen vor der Versendung gemäß Stichprobenschlüssel** bei Schlachttieren bzw. der gesamten Charge bei Zuchttieren; die Kosten für Entnahme und Untersuchung trägt der Tierhalter,
  • Amtstierärztliche klinische Untersuchung inklusive der Messung der Körpertemperatur der Schweine innerhalb von 24 Stunden vor der Versendung gemäß Stichprobenschlüssel***; die Kosten trägt der Tierhalter.

 Möchte ein Betrieb MIT ASP-Status, Schweine versenden, müssen die folgenden Anforderungen erfüllt werden:

  • Antrag auf Ausnahmegenehmigung,
  • die Schweine wurden seit mindestens 30 Tagen oder bei jüngeren Tieren seit ihrer Geburt in dem Betrieb gehalten,
  • Mindestens 30 Tage vor der Verbringung wurden keine lebenden Schweine aus einem ASP-Restriktionsgebiet eingestallt*.

 

Informationen zum Ablauf des freiwilligen Früherkennungsprogrammes zur Anerkennung als ASP-Statusbetrieb erhalten Sie in dem Merkblatt des LANUV.

Den Antrag auf Teilnahme am Früherkennungsprogramm „ASP-Statusbetrieb“ finden Sie auf der Seite der Landwirtschaftskammer NRW .

*Hat ein Tierhalter mehrere Betriebsnummern und stallt Tiere von einem Betrieb in einen anderen um, müssen die 30 Tage auch hierbei eingehalten werden sofern sich auch der abgebende Betrieb im Restriktionsgebiet befindet.
** Bis zu einer Schlachtpartie von 19 Tieren ist jedes Schlachtschwein zu beproben; bei einer Partie von 50 Tieren sind 35 Tiere zu beproben; bei einer Schlachtpartie von 100 Tieren sind 45 Tiere zu beproben.
***Stichprobenschlüssel zur klinischen Untersuchung analog zum Stichprobenschlüssel der Blutuntersuchung.

Schutzmaßnahmen - was kann jeder von uns tun?

Um eine Seucheneinschleppung zu verhindern, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Keine vom Tier stammenden Lebensmittel in die Landschaft werfen. Informationen zu dem mehrsprachigem Handzettel können Sie hier entnehmen.
  • Urlaubsreisenden, die mit eigenem Fahrzeug in Ländern waren, in denen ASP vorkommt (Russland, Weißrussland, Litauen, Polen), sollten die Fahrzeuge gründlich reinigen.

Der Fund von verendetem Schwarzwild kann dem Veterinäramt über die Tierfund-App gemeldet werden.

Schutzmaßnahmen der Halter von Schweinen

Personen, die Schweine halten (auch Hobbyhaltungen) sollten folgendes beachten:

  • Abschirmung der Schweinehaltung (Schutzkleidung, Zutritt betriebsfremder Personen einschränken, Hände waschen bevor Zutritt erfolgt).
  • Fahrzeugverkehr auf das notwendige Maß beschränken.
  • Zukauf von Schweinen auf wenige Herkunftsbestände einschränken; wenn möglich Zukaufschweine in Quarantäne halten.
  • Erkrankungen bei Schweinen frühzeitig durch einen Tierarzt untersuchen lassen.
  • Keine Speiseabfälle an Schweine verfüttern.
  • Schweinehaltungshygiene-Verordnung umsetzen; insbesondere Schreiben mit Anlage beachten. 
  • Nutzung der ASP-Ampel. Hier können Sie online bestimmen, wie hoch ihr betriebsspezifisches Risiko für ein Eintrag von ASP-Erregern ist. Ampelfarben signalisieren das Risikopotenzial. Eine To-Do-Liste zeigt, was konkret verbessert werden kann.

Schutzmaßnahmen durch Jäger

Im Zusammenhang mit der Jagd ist zu beachten:

  • Bei vermehrten Auftreten von Fallwild sollte das Veterinäramt informiert werden.
  • Untersuchung (Merkblatt Beprobung und Probenbegleitschein) kranker oder verendeter Tiere auf Schweinepest (geeignetes Unterschungsmaterial sind Blut, Milz, Lunge und Lymphknoten).
  • Verzicht auf Jagdreisen in Länder, die von ASP beroffen sind.
  • Hygiene beachten (Fahrzeug, Geräte, Kleidung).