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Wissenswertes für Geflügelhalter

An-/Um-/Abmeldung der Tierhaltung

Jeder Halter von Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Rebhühnern, Tauben, Truthühnern oder Wachteln, unabhängig von der Größe des Bestandes, ist verpflichtet, seinen Betrieb spätestens bei Beginn der Tätigkeit bei der Tierseuchenkasse in Münster unter Angabe seines Namens, seiner Anschrift und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes, bezogen auf die jeweilige Tierart, anzuzeigen. Das verwendete Anmeldeformular sollte zweckmäßigerweise an das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke zurückgesendet werden; es wird von hier an die Tierseuchenkasse weitergeleitet.

Auch Änderungen der aufgeführten Merkmale sind unverzüglich anzuzeigen. Die Abmeldung der Geflügelhaltung oder die Aufgabe des Betriebes sind ebenfalls zu melden.

Kontakt:

Frau Marie Rodinger
Verwaltungsmitarbeiterin
Telefon: +49 571 807 24150
Fax: +49 571 807 34150
E-Mail oder Kontaktformular

Tierkennzeichnung/Dokumentation

Geflügelhalter haben alle Zu- und Abgänge von Geflügel, Name und Anschrift des Transportunternehmers, des bisherigen Besitzers bzw. Erwerbers, Datum des Zu- bzw. Abgangs sowie die Art des Geflügels in ein Geflügelbestandsregister einzutragen.

  • Wenn mehr als 100 Stück Geflügel gehalten werden sind außerdem die pro Werktag verendeten Tiere einzutragen.
  • Falls mehr als 1000 Stück Geflügel gehalten werden ist je Werktag zusätzlich die Gesamtzahl der gelegten Eier zu dokumentieren. Das Bestandsregister ist drei Jahre lang aufzubewahren.

Abklärungsuntersuchungen

Treten innerhalb von 24 Stunden

  • in einem Geflügelbestand mit einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren Verluste von mindestens drei Tieren auf
  • in einem Geflügelbestand mit einer Bestandsgröße von mehr als 100 Tieren Verluste von mehr als 2 % der Tiere des Bestandes auf

oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, so hat der Tierhalter, unverzüglich durch einen Tierarzt das Vorliegen einer Infektion mit dem hochpathogenen oder niedrigpathogenen aviären Influenzavirus durch geeignete Untersuchungen ausschließen zu lassen.

Treten in einem Geflügelbestand, in dem ausschließlich Enten und Gänse gehalten werden, über einen Zeitraum von mehr als vier Tagen Verluste von mehr als der dreifachen üblichen Sterblichkeit der Tiere des Bestandes oder eine Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als 5 % ein, so hat der Tierhalter unverzüglich durch einen Tierarzt das Vorliegen einer Infektion mit dem hochpathogenen oder niedrigpathogenen aviären Influenzavirus durch geeignete Untersuchungen ausschließen zu lassen.

Antrag auf Erteilung der Erlaubnis auf Sentinelhaltung

Halter von Wassergeflügel (Enten, Gänse), die ihre Tiere auf überregionale Geflügelausstellungen verbringen, müssen gemäß der Geflügelpestverordnung ihren Bestand vierteljährlich virologisch auf hochpathogenes aviäres Influenzavirus untersuchen lassen. Die Ergebnisse der virologischen Untersuchung sind dem Veterinäramt unverzüglich mitzuteilen sowie 1 Jahr lang aufzubewahren.

Diese Untersuchungen sind nicht notwendig, wenn sogenannte Sentineltiere mit dem Wassergeflügel zusammen gehalten werden. Hierfür kommen Hühner und auch Puten in Betracht, da diese besonders empfindlich gegenüber dem H5/H7 Virus sind. Sie zeigen die Virusinfektion, bevor Enten und Gänse sichtbar erkranken.

Werden Enten oder Gänse im Freilauf gehalten, muss allerdings in jedem Fall jedes verendete Tier unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt zur virologischen Untersuchung eingereicht werden!

Antrag auf Erteilung der Erlaubnis auf Sentinelhaltung

Aviäre Influenza (Geflügelpest)

Die Aviäre Influenza (Geflügelpest) ist eine Viruserkrankung, die bei vielen Nutzgeflügelarten auftreten kann. Betroffene Tiere zeigen Fress- und Bewegungsunlust, können Verfärbungen der Haut aufweisen (vor allem am Kamm) und die Legeleistung geht deutlich zurück. Zudem kann Husten, Tränen- und Nasenausfluss beobachtet werden. Häufig kann es auch zum plötzlichen Versterben der erkrankten Tiere ohne vorherige deutliche Symptome kommen. Die Erkrankung ist mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten verbunden. Sollte es zu einem Seuchenausbruch kommen, werden zahlreiche Maßnahmen (beispielsweise Aufstallungsgebote) angeordnet.

Eine besondere Gefahrenquelle besteht darin, dass Wildvögel das Virus in Hausgeflügelbestände eintragen können. Deshalb kommt den Biosicherheitsmaßnahmen der Tierhalter/-innen eine besondere Bedeutung zu. Eine Möglichkeit das Risiko eines Einschleppens in den Betrieb zu bewerten bietet die Risikoampel der Universität Vechta. Dieses kostenlose Tool bietet die Möglichkeit anonymisiert Betriebsdaten zu analysieren und eventuelle Schwachstellen oder Verbesserungspotential aufzudecken.

Die aktuelle Risikoeinschätzung für die Ausbreitung der Geflügelpest in Deutschland und aktuelle Informationen zum Ausbruchsgeschehen in Deutschland und Europa sind auf der Seite des Friedrich-Löffler-Institut abrufbar.

Geflügelpest bei zwei Wildgänsen in Espelkamp festgestellt

Bei zwei Wildgänsen, die am 15. September 2022 am Gabelweiher in Espelkamp tot aufgefunden wurden, ist die Geflügelpest festgestellt worden. Das Veterinäramt nimmt diese Funde zum Anlass nochmal alle Geflügelhalter im Kreisgebiet auf die aktuelle Seuchensituation hinzuweisen und zur Vorsicht aufzurufen.

„Leider müssen wir davon ausgehen, dass das Virus nunmehr ganzjährig aktiv ist und mit einem hohen Infektionsdruck in der Wildvogelpopulation zu rechnen ist,“ sagt Dr. Doris Aper. Die amtliche Tierärztin des Kreisveterinäramtes verweist dabei auf die hohe Anzahl an Infektionen bei Wildvögeln aber auch bei Nutzgeflügelbeständen seit Oktober 2020.

Erst im Juli waren auch Geflügelhalter in Stemwede und Rahden von einem Fall in Hüde im Kreis Diepholz betroffen und mussten ihre Tiere mehrere Wochen aufstallen und weitere Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Laut der Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts wird das Risiko der Aus- und Weiterverbreitung unter Wasservögeln an Sammelplätzen aber auch die Weiterverbreitung in Hausgeflügelbestände durch direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln in Regionen, wo der Geflügelpestvirus nachgewiesen wurde, als hoch eingestuft. Dabei ist es kaum möglich, den Verlauf und die Ausbreitung der Geflügelpest unter Wildvögeln zu beeinflussen bzw. zu verhindern. Einzig die Kadaver betroffener Tiere müssen schnell und sicher entsorgt werden. Das schützt aasfressende Vögel und Säugetiere und ist wichtig, um Infektionsketten zu verhindern. Auch Kadaver, die im ufernahen Wasser treiben, müssen schnell entsorgt werden. Denn sie schwemmen infektiöse Viren ins Wasser und weitere Wasservögel können sich infizieren.

In Nordrhein-Westfalen waren bisher Gänse, Enten, Greifvögel und Graureiher betroffen. Tot aufgefundene Wildvögel dieser Art sollten nicht berührt werden. Stattdessen können solche Wildvögel beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreis Minden-Lübbecke gemeldet werden.

Bislang gibt es keine Hinweise auf Erkrankungen von Menschen mit dem aktuellen Typ des Geflügelpestvirus. Ein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung besteht nicht. Auch bei engem Kontakt, wie in der Geflügelhaltung, sind beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen Übertragungen auf den Menschen unwahrscheinlich.

Das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke hat die Bitte, dass alle Geflügelhalter ihre Tiere weiterhin aufmerksam beobachten. Bei Auffälligkeiten wie zum Beispiel vermehrt toten Tieren, Apathie oder Leistungseinbußen, sollten sie sich sofort die betreuende Tierarztpraxis wenden. Liegen Verdachtsmomente für einen Seuchenfall vor, benachrichtigen Geflügelhalter unbedingt und schnell das Veterinäramt. Entscheidend ist, die Weiterverbreitung des Geflügelpestvirus in Hausgeflügelbestände zu verhindern. Dafür müssen alle Geflügelhalter*innen die für Ihren Bestand geltenden Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten. Hygiene ist und bleibt dabei das oberste Gebot! Alle direkten und indirekten Kontakte des gehaltenen Geflügels mit Wildvögeln müssen verhindert sowie der Kontakt mit Tieren aus anderen Beständen minimiert werden. Auch sollte der Zugang zu Stallanlagen und Volieren für Besucherinnen und Besucher auf das unbedingt Nötige beschränkt und hygienische Grundsätze eingehalten werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Tierseuchenbekämpfung ist, dass den zuständigen Behörden alle Geflügelhaltungen bekannt sind. Sollte eine Geflügelhaltung bislang nicht bei der Tierseuchenkasse NRW und dem Veterinäramt registriert sein, muss die Anmeldung des Federviehs dringend nachgeholt werden.

„Die Geflügelpestproblematik wird uns leider auch zukünftig beschäftigen“, meint Dr. Aper. „Alle Geflügelhalter*innen sollten darauf vorbereitet sein, ihre Tiere jederzeit wieder aufstallen zu können. Dazu sollte ein fester, ausreichend großer Stall vorhanden und nutzbar sein. Alternativ kann eine Schutzvorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, genutzt werden.“

Biosicherheitsmaßnahmen

Die Fütterung und Tränkung von Geflügel im Freien hat zu unterbleiben, um einen Kontakt des Hausgeflügels mit Wildvögeln über diesem Weg auszuschließen.

In Betrieben die mehr als 1000 Stück Geflügel halten

  • sind die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren zu sichern,
  • dürfen die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung zu betreten
  • sind nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel die dazu eingesetzten Gerätschaften und der Verladeplatz sowie die frei gewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände zu reinigen und desinfizieren,
  • müssen die betriebseigene Fahrzeuge unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransports auf einem befestigten Platz zu gereinigt und desinfiziert werden,
  • ist eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchzuführen und sicherzustellen, dass hierüber Aufzeichnungen gemacht werden,
  • muss der Raum, der Behälter oder die sonstigen Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, gereinigt und desinfiziert wird,
  • hat eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorzuhalten.

Weiterführende Maßnahmen zur Biosicherheit werden auch ausdrücklich für kleinere Betriebe und Hobbyhaltungen empfohlen.

Innergemeinschaftliches Verbringen

Das Verbringen von Tieren und Waren zwischen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird als innergemeinschaftliches Verbringen bezeichnet.
Ein Verbringen ist in den meisten Fällen nur mit Gesundheitsbescheinigungen möglich. Damit diese ausgestellt werden können, ist bei bestimmten Tierarten eine rechtzeitige Voranmeldung notwendig.

Kontakt:

Frau Marie Rodinger
Verwaltungsmitarbeiterin
Telefon: +49 571 807 24150
Fax: +49 571 807 34150
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Newcastle-Krankheit

Die Newcastle-Krankheit ist eine Viruserkrankung, die vor allem Hühner, Fasane, Perlhühner und Puten betrifft. Da sie im Erkrankungsfall  mit erheblichen Schäden einhergehen kann, besteht für alle Besitzer von Hühner- und Truthühnerbeständen die Verpflichtung, ihre Tiere regelmäßig gegen Newcastle-Krankheit impfen zu lassen. Nachweise sind zu führen.