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Wissenswertes für Rinderhalter

An-/Um-/Abmeldung der Tierhaltung

Jeder Halter von Rindern, unabhängig von der Größe des Bestandes, ist verpflichtet, seinen Betrieb spätestens bei Beginn der Tätigkeit bei der Tierseuchenkasse in Münster unter Angabe seines Namens, seiner Anschrift und der Anzahl der gehaltenen Tiere, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes, bezogen auf die jeweilige Tierart, anzuzeigen. Das verwendete Anmeldeformular sollte zweckmäßigerweise an das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke zurückgesendet werden; es wird von hier an die Tierseuchenkasse weitergeleitet.

Auch Änderungen der aufgeführten Merkmale sind unverzüglich anzuzeigen. Die Abmeldung der Rinderhaltung oder die Aufgabe des Betriebes sind ebenfalls zu melden.

Kontakt:

Frau Kristina Dück
Verwaltungsmitarbeiterin
Telefon: +49 571 807 24140
Fax: +49 571 807 34140
E-Mail oder Kontaktformular

Tierkennzeichnung/Dokumentation

Rinder sind mit amtlichen Ohrmarken zu kennzeichnen. Bei Verlust ist eine Nachkennzeichnung erforderlich. Ohrmarken sind beim Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen zu beziehen.

Bestandsveränderungen (Zu- und Abgänge, Geburten etc.) sind innerhalb von sieben Tagen entweder per Meldekarte (diese erhalten Sie vom Landeskontrollverband) oder eigenständig in der HIT-Datenbank zu melden. Zugangsdaten hierfür erhalten Sie von der Tierseuchenkasse Nordrhein-Westfalen.

Im Bestand muss ein Bestandsregister geführt werden.

BHV1

BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1) ist eine Rinderseuche, die mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten einher gehen kann.
Kontrollmaßnahmen, wie beispielsweise regelmäßige Untersuchungen, sind für alle Rinder haltenden Betriebe verpflichtend.

Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 12.06.2017 hat nunmehr ganz Deutschland den Status "BHV1-freie Region (sog. Artikel 10-Gebiet)" erhalten.

Damit sind bestimmte Anforderungen verbunden, die Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen entnehmen können. Dort erhalten Sie das Merkblatt "BHV1 - Merkblatt für Landwirte, Viehhändler und Tierärzte zum Verbringen von Rindern".

Um den Status als Artikel 10-Gebiet aufrecht zu erhalten, gelten weiterhin die bekannten Untersuchungsverpflichtungen (regelmäßige Blut- oder Tankmilchproben). Aus gegebenem Anlass wird allerdings empfohlen, die Untersuchungsabstände zu verkürzen, indem Zwischenuntersuchungen veranlasst werden.

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigenpflichtige Viruserkrankung bei Rindern, Schafen und Ziegen. Sie wird von Stechmücken (Gnitzen) übertragen.

Im Dezember 2018 wurde nach Jahren der Seuchenfreiheit in Deutschland in einer Rinderhaltung in Baden-Württemberg der Ausdruch der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 festgestellt. Es wurde ein Sperrgebiet von 150 Kilometern um den Ausbruchsbestand eingerichtet. Weitere Ausbrüche in Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz wurden zwischenzeitlich nachgewiesen. Von den Sperrgebieten sind mittlerweile das gesamte Landesgebiet der Bundesländer Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz sowie zahlreiche Landkreise in Hessen und Nordrhein-Westfalen betroffen.

Eine wesentliche Bekämpfungsmethode ist die Imfpung empfänglicher Tiere. Die Imfung muss aus rechtlichen Gründen vom jeweiligen Veterinäramt genehmigt werden. Dies hat das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke mit Allgemeinverfügung vom 17.06.2016 getan. Daher ist eine freiwillige Impfung gegen die Serotypen 4 und 8 möglich. Jede Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist innerhalb von sieben Tagen nach der Durchführung der Impfung in der HIT-Datenbank zu melden.

BVD

BVD (Bovine Virus Diarrhoe) ist eine Tierseuche bei Rindern, die durch ein Virus hervorgerufen wird. Da die Erkrankung erhebliche wirtschaftliche Schäden hervorrufen kann, wird sie seit einigen Jahren staatlich bekämpft. Die Bekämpfung wird auf Grundlage der BVD-Verordnung durchgeführt. Die dabei notwendigen Maßnahmen sind für alle Rinderhalter verpflichtend; hier ist vor allem die Entnahme und Untersuchung von Ohrstanzproben neugeborener Kälber zu nennen.

Mit Änderung der Verordnung im Juni 2016 muss die Untersuchung spätestens bis zur Vollendung des 1. Lebensmonats abgeschlossen sein. Um diese Frist zu wahren, wird vom Veterinäramt den Tierhaltern dringend empfohlen, Ohrstanzproben unverzüglich an das Untersuchungsamt weiterzuleiten und nicht zu sammeln.

Sind Nachuntersuchungen (Blut oder "Grüne Ohrmarke"), z. B. wegen leerer Stanzgefäße notwendig, so sind diese unverzüglich zu veranlassen. Die anfallenden Untersuchungskosten sind vom Tierhalter zu tragen.

Innergemeinschaftliches Verbringen

Das Verbringen von Tieren und Waren zwischen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird als innergemeinschaftliches Verbringen bezeichnet.
Ein Verbringen ist in den meisten Fällen nur mit Gesundheitsbescheinigungen möglich. Damit diese ausgestellt werden können, ist bei bestimmten Tierarten eine rechtzeitige Voranmeldung notwendig.

Kontakt:

Frau Marie Rodinger
Verwaltungsmitarbeiterin
Telefon: +49 571 807 24150
Fax: +49 571 807 34150
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Impfkostenbeihilfe BVDV/BTV 8 der Tierseuchenkasse NRW

Die Tierseuchenkasse NRW informiert:

Umstellung der Abrechnungsmodalitäten für die Impfstoffkostenbeihilfe für Impfungen gegen BVDV und BTV 8

Neu für Rinderhalter ist, dass sie bei Impfungen gegen BVDV und BTV 8, die ab 01.01.2020 durchgeführt werden, eine Beihilfe zu den Kosten des Impfstoffes selbst bei der Tierseuchenkasse beantragen müssen.
Bisher war es so, dass der von den Rinderhaltern beauftragte Hoftierarzt, der die Impfung durchgeführt hat, die Beihilfe für den Tierhalter bei der Tierseuchenkasse beantragt hat. Die Tierseuchenkasse hat nach Prüfung der Beihilfevoraussetzungen den entsprechenden Impfstoffkostenzuschuss direkt an den Tierarzt ausgezahlt und dieser hat den erhaltenen Betrag auf seiner Rechnung an den Tierhalter berücksichtigt.

Die Tierärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein haben sich nunmehr an die Tierseuchenkasse gewandt und ausdrücklich darum gebeten, die Abrechnung umzustellen.

Wegen des hohen bürokratischen Aufwandes für die Hoftierärzte soll die Antragsstellung für die Beihilfen der Tierhalter nicht länger über die Tierarztpraxen abgewickelt werden. Stattdessen soll die Abrechnung der Beihilfeleistungen zu Impfstoffkosten zukünftig direkt zwischen Rinderhalter und Tierseuchenkasse erfolgen. Die Tierseuchenkasse kommt zum Jahreswechsel dem Anliegen der beiden Tierärztekammern nach.

Um die Beihilfe zu den Impfstoffkosten bei Impfungen gegen BVDV oder BTV 8 zu erhalten, müssen Rinderhalter daher künftig nach Zahlung der Tierarztrechnung ein Antragsformular - das ab 17.12.2019 auf der Homepage der Tierseuchenkasse NRW zur Verfügung stehen wird - bei der Tierseuchenkasse einreichen.
Die Tierseuchenkasse prüft nach Antragseingang u.a., ob die Impfung durch den Hoftierarzt in HIT eingetragen wurde und der Tierhalter seiner Nachmelde- und Beitragspflicht gegenüber der Tierseuchenkasse ordnungsgemäß nachgekommen ist.

Bei Verstößen gegen tierseuchenrechtliche Regelungen muss die Beihilfe versagt werden.

Sind alle Beihilfevoraussetzungen erfüllt, überweist die Tierseuchenkasse den jeweiligen Beihilfebetrag direkt auf das Konto des Tierhalters.

Die Höhe der Beihilfe bleibt unverändert: Für die BTV 8-Impfung wird eine Beihilfe in Höhe von 1 € je Impfstoffdosis/je Rind gewährt; zu den Kosten der Impfung gegen BVDV wird eine Beihilfe in Höhe von 3 €, 3,80 € oder 6 € - je nach verwendetem Impfstoff - gezahlt.

Die Rinderhalter werden darum gebeten, das Antragsformular (Antrag Beihilfe BVDV / Antrag Beihilfe BTV 8) sorgfältig auszufüllen und unterschrieben im Original bei der Tierseuchenkasse einzureichen. Mit Unterschrift auf dem Beihilfenantrag bestätigt der Tierhalter, dass die Rechnung des Tierarztes vorab beglichen wurden. Sind die vorgenannten Bedingungen erfüllt, steht einer zeitnahen Abrechnung nichts im Wege.

Schmallenberg-Virus

Für eine Infektion mit dem Schmallenbergvirus sind Rinder, Schafe und Ziegen empfänglich. Die Übertragung erfolgt, ähnlich wie bei der Blauzungenkrankheit, durch Stechmücken (Gnitzen).

Symptome der Erkrankung können Milchrückgang, Fieber und Durchfall sein. Liegen diese vor, ist ein Verdacht nicht auszuschließen. Zur Abklärung kann folgendermaßen vorgegangen werden:

  • Tierhalter können begründete Verdachtsfälle beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu den üblichen Dienstzeiten melden. Sinnvollerweise sollte eine Einschaltung des betriebsbetreuenden Hoftierarztes erfolgt sein.
  • Die Tierhalter werden von hier gebeten, frisches Probenmaterial (Totgeburten, Eihäute etc.) in das Untersuchungsamt (CVUA OWL), Westernfeldstr. 1, nach Detmold zu bringen.
  • Die Untersuchung ist für den Tierhalter kostenfrei, sofern der Verdacht dem Veterinäramt gemeldet wurde und dieses einen Untersuchungsauftrag an das CVUA OWL verschickt hat. In allen anderen Fällen ist der Tierhalter kostenpflichtig.
  • Der zur Untersuchung vorgesehene Tierkörper ist mit einer Betriebsohrmarke (weiße Ohrmarke) zu kennzeichnen und dieser sowie sonstiges Untersuchungsmaterial ist luftdicht zu verpacken.
  • Tierhalter werden gebeten, weitere Fälle zu dokumentieren.
  • Sobald sich für einen Betrieb die Infektion mit dem Schmallenberg-Virus bestätigt hat, ist eine weitere kostenfreie Sektion für diesen Bestand nicht mehr vorgesehen.
  • Die Entsorgung anfallender Totgeburten muß, wie üblich, über die Tierkörperbeseitigungsanstalt erfolgen.
  • Entschädigungen bzw. Beihilfen werden nicht gewährt.