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Wissenswertes für Schweinehalter

 

Tierschutzgesetz/Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Neben den allgemeinen Vorschriften im Tierschutzgesetz und in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gibt es spezielle Rechtsvorschriften für die Schweinehaltung. Diese stehen im gesonderten Kapitel in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (siehe hierzu Paragraphen 1 bis 4 sowie 21 bis 30).

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Anforderungen (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) sind den Eckdaten zur Schweinehaltung zu entnehmen.

Aktuelles: Auslaufende Übergangsfristen des Tierschutzgesetzes und der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung 2018/19

Bis zum Ablauf des 31. Dezember 2018 ist für das Kastrieren von unter acht Tage alten männlichen Schweinen eine Betäubung nicht erforderlich, sofern kein von der normalen anatomischen Beschaffenheit abweichender Befund vorliegt. 

Die Übergangsfrist der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu den Anforderungen an die Gangbreiten für Sauen die in Gruppenhaltung mit Fress-Liegebuchten gehalten werden, läuft zum Jahreswechsel aus. Die Anforderungen zur Gangbreite hinter den Sauen (1,60 m bei einseitiger, 2 m bei beidseitiger Aufstallung) sind nach dem 31.12.2018 verbindlich vorgeschrieben.

Kürzen von Schweineschwänzen

Das Kürzen von Schweineschwänzen ist als Routineeingriff nicht erlaubt. Der Eingriff darf nur im Einzelfall durchgeführt werden, soweit er für die vorgesehene Nutzung des Tieres zu dessen Schutz unerlässlich ist.

Angesichts dieser Problematik wurden mit Erlass des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums vom 24.11.2010 die Voraussetzungen formuliert, unter denen weiterhin Schweine mit gekürzten Schwänzen gehalten bzw. Schwänze von Ferkeln unter 4 Tagen gekürzt werden dürfen

Danach müssen nicht nur alle Schweine ständig Zugang zu geeignetem Beschäftigungsmaterial haben, sondern alle Schweinehalter, die Schweine mit gekürzten Schwänzen halten, gemeinsam mit Ihrem Hoftierarzt im Rahmen eines Beratungsgespräches ein betriebsindividuelles Konzept zur Veränderung/Optimierung der Haltungsbedingungen zu erstellen.

In Form einer tierärztlichen Bescheinigung oder eines Bestandsprotokolls sind die empfohlenen Abhilfemaßnahmen zu dokumentieren. Bei Folgebesuchen hat sich Ihr bestandsbetreuender Tierarzt zu vergewissern, inwieweit diese Handlungsempfehlungen zwischenzeitig zur Verbesserung der Situation beigetragen haben oder weitere Änderungen vorzunehmen sind.

Ferkelerzeuger, die weiterhin die Schwänze bei Ferkeln kupieren wollen, müssen nachweisen, dass dieser Eingriff unerlässlich ist. Dies kann entweder durch Vorlage der tierärztlichen Bescheinigung bzw. des Besuchsprotokolls des die Ferkel abnehmenden Mästers oder durch Vorlage einer entsprechenden tierärztlichen Aufzeichnung für die Ferkelaufzucht erfolgen.