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01.09.2022

Bundesmodellprojekt sucht neue BEA-Begleiter*innen - Lehrgang startet im Oktober

Wer hat eine Krise überstanden und möchte anderen zeigen, wie sie einen Ausweg finden?

Wer wagt, gewinnt – mit dieser Devise sind Menschen schon aus tiefen Lebenskrise herausgekommen. Das Bundesmodellprojekt „BEA – Beraten, Ermutigen, Assistieren“ sucht Menschen, die schwere Zeiten hinter sich gebracht haben. Sie können mit ihren Erfahrungen anderen dabei helfen, selbst einen Weg aus der Krise zu finden. Seit Dezember 2019 testet das Jobcenter Kreis Minden-Lübbecke innovative Ansätze zur Stärkung der Rehabilitation – seither haben schon 22 Ehrenamtliche jeweils über einen einjährigen Zeitraum anderen geholfen, selbst wieder Boden unter die Füße zu bekommen.   

Das Bundesmodellprojekt BEA mit seinen BEA-Begleitungen unterstützt Menschen mit psychischen Einschränkungen oder suchterkrankte Personen aus dem Leistungsbezug SGB II, deren gesundheitliche Situation einer Vermittlung in Arbeit im Wege steht. Der Gedanke dahinter ist: Mehr Lebensqualität schafft langfristig wieder Erwerbsfähigkeit. Wer an dem Projekt teilnimmt, bekommt Unterstützung und Begleitung in Lebensbereichen wie Gesundheit, Wohnen oder soziale Beziehungen.

Die dazugehörigen ehrenamtlichen BEA-Begleitungen haben selbst eine Sucht- oder psychische Erkrankung überwunden und sind für die Teilnehmenden ein Vorbild. Für die ehrenamtlichen Begleiter*innen ist das also gleichzeitig eine große Anerkennung ihrer eigenen Leistung. Sie wissen inzwischen, wie sie ihr Leben wieder besser meistern können, und geben ihre Erfahrungen an andere weiter. Wer dabei ist, hat sich ganz bewusst für eine Teilnahme an dem Projekt entschieden, um anderen aus einer ähnlichen Situation heraus zu helfen. Eine BEA-Begleitung ergänzt: „Auch die Teilnehmenden geben mir was zurück, ohne sie wäre mein Leben ärmer.“

Verständnis schafft gegenseitiges Vertrauen

Innovativ ist das Miteinander auf Augenhöhe. So stehen eben nicht nur Mitarbeitende des Jobcenters den Menschen zur Seite, sondern die Ehrenamtlichen als besondere Vertrauenspersonen. Dadurch entstehen Dreier-Teams: Die Teilnehmenden bekommen individuelle und intensivere Betreuung, die Mut und Vertrauen schafft und motiviert. „Das Projekt gibt mir viel. Die BEA-Begleitung hört mir zu und baut mich wieder auf. Sie versteht mich, weil sie dies alles selbst erlebt hat“, sagt eine Teilnehmende.

Die Mitarbeitenden des Jobcenters sind im Projekt die Prozessmanager*innen. Auch für sie ist die Zusammenarbeit mit den BEA-Begleitungen ein echter Gewinn. Oft bekamen sie von ihnen schon zu hören: „Sie können nicht wissen, wie das ist.“ Das schafft ein neues Verständnis für die Situation der Teilnehmenden, und das hilft dem gesamten Team. Statt reiner Arbeitsmarktorientierung geht es erst einmal um Lebensweltorientierung. BEA-Begleitungen und Prozessmanager*innen schaffen so gemeinsam ein wirkungsvolles Unterstützungsangebot für die Teilnehmenden.

WEITERE BEA-BEGLEITUNGEN GESUCHT

Derzeit werden weitere ehrenamtliche Betroffene zur Unterstützung des Projektes gesucht. In fünftägigen Lehrgängen werden alle BEA-Begleitungen für ihre Aufgaben qualifiziert. Die ehrenamtlichen Selbstbetroffenen „BEA-Begleitungen“ bekommen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 12,50 Euro. Die nächsten Lehrgänge beginnen im Oktober 2022.

Wer Interesse hat, das Projekt als BEA-Begleitung aktiv zu unterstützen, kann sich an den Projektkoordinator, David Bergmann, im Amt proArbeit Jobcenter wenden.

E-Mail: rehapro.bea@minden-luebbecke.de

Telefon: 0571-80716714

https://www.modellvorhaben-rehapro.de