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Ohren auf: Handwerk zum Hören im Sound-Archiv


Spinnen, schweißen, bohren, hämmern – kein Bereich birgt so viele charakteristische Geräusche wie das Handwerk. Die Urform des Handwerks – also wie früher gearbeitet wurde - ist es bei uns hauptsächlich nur noch in den Museen und Kulturorten der Region zu erleben. Viele haben noch originale Werkstätten, in denen alte Werkzeuge und Geräte regelmäßig in Aktion zu sehen sind – und das macht „Krach“.

„Handwerk trifft Kultur“, das Gemeinschaftsprojekt der Kreise Minden-Lübbecke und Herford, will die Handwerkstraditionen der Region und die Museen, die sie bewahren, stärken und sichtbarer machen. Zu diesem Zweck haben die Kulturkoordinatorinnen Stefanie Keil und Anna Sievers ein Sound-Archiv ins Leben gerufen. Es beinhaltet eine Vielzahl von markanten Geräuschen, die im Rahmen von Handwerksvorführungen professionell aufgenommen wurden. Die Geräusche sind grundlegende Bestandteile der einzigartigen Atmosphäre, die das Handwerk ausmacht.

Musiker und Künstler August Klar aus Porta Westfalica präsentiert in einer Sound-Collage, wie vielfältig man die Sounds einsetzen kann. Auf humorvolle Weise erklärt er, wie das Handwerk funktioniert und warum es heute vielfach in den lokalen Museen präsentiert wird. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, mit den Sounds herumzuexperimentieren. Durch diese Arbeit ist mir nochmal bewusstgeworden, wie vielfältig das Handwerk wirklich ist.“, berichtet Klar.

Das Sound-Archiv steht ab sofort auf der Projektwebsite unter www.handwerk-trifft-kultur.de/handwerks-sounds bereit. Alle Sounds gibt es im kostenfreien Download und dürfen ohne Copyright für eigene Projekte genutzt werden.

Info: Gemeinschaftsprojekt „Handwerk trifft Kultur“

Im Januar 2021 ging das vom Land NRW geförderte, interkommunale Modellprojekt „Handwerk trifft Kultur“ der Kreise Minden-Lübbecke und Herford an den Start. Zwei Kulturkoordinatorinnen unterstützen aktuell 16 Partnereinrichtungen.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Projektes ist das Handwerk. Kulturelles Leben wie die traditionelle Handwerkskultur zeigt sich vielfach im ländlichen Raum. Ihre Basis ist häufig die ehrenamtliche Mitarbeit. Ziele des Projektes sind die Öffnung sowie die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Kulturorte durch gezielte Hilfestellung in den Bereichen Ehrenamtsförderung, Museumskonzeption, Marketing oder Veranstaltungsmanagement.

Mit der konkreten Kulturarbeit vor Ort soll die Handwerkstradition der Region einen festen Platz in der gesellschaftlichen Wahrnehmung erhalten und als wesentliches Element der Regionalentwicklung nachhaltig verankert werden. Die Kulturregion wird sichtbarer – nach innen wie nach außen.

Weitere Infos: www.handwerk-trifft-kultur.de

Bildunterschrift und CR: Medienproduzent Eike Hollermann (rechts) nimmt charakteristische Geräusche im Teppich-Museum Tönsmann in Espelkamp auf. (CR: Handwerk trifft Kultur)