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30.01.2019

100 Jahre Frauenwahlrecht

AG Mädchen zeigt den Film „Suffragette – Taten statt Worte“

Ein Wahllokal in dem nur Männer sind? Das wäre heute unvorstellbar. Selbstverständlich dürfen auch Frauen heute an Wahlen teilnehmen. Für dieses Recht mussten viele Generationen Frauen kämpfen. Erst ab November 1918 war es Frauen in Deutschland offiziell erlaubt, ihre Stimme abzugeben. 100 Jahre später erinnert die Jugendförderung im Jugendamt des Kreises Minden-Lübbecke in Zusammenarbeit mit der Jugendpflege Porta Westfalica an diesen besonderen Tag.

Zum hundertsten Jahrestag der ersten Wahl in der Weimarer Republik bei der Frauen ihre Stimme angeben durften, lud die AG Mädchen des Kreisjugendamtes in das Dersa-Kino in Rahden zu dem Film „Suffragette- Taten statt Worte“ ein. Bereits beim Eintritt in das Foyer des Kinos wurden die Kinobesucher an dieses historische Ereignis erinnert: Die Mitglieder der AG Mädchen hatten sich als „Suffragetten“ verkleidet und trugen Schilder und Plakate, auf denen die Forderungen der Frauen formuliert waren.

Vorab richtete die Kinder- und Jugendförderin des Kreisjugendamtes Dörte Heger einige einleitende Worte an die rund 120 Kinobesucherinnen und Besucher. „Noch immer sind Frauen in politischen Ämtern und in Führungspositionen unterrepräsentiert, sie sind seit 1919 Frauen in keinem Parlament in Deutschland gleichberechtigt vertreten -  die Zahlen sind sogar rückläufig.“ Deshalb, so Heger, sei es wichtig, auch heute noch feministische Positionen zu vertreten und sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einzusetzen.

Der Film „Suffragette“ thematisiert die Frauenbewegung in England ab 1913. Fast achtzig Jahre lang hatten britische Frauen mit friedlichen Mitteln das Wahlrecht gefordert, ohne Erfolg. Anfang des 20. Jahrhunderts radikalisierten sich Teile der Bewegung unter der Führung der Feministin Emmeline Pankhurst. Im Mittelpunkt des Films steht die 24-jährige Maud, die bereits seit  ihrem 7. Lebensjahr in einer Wäscherei  arbeitet und dabei sexuellen Übergriffen ausgesetzt ist. Eher durch Zufall wird sie in die teils radikalen Proteste der Frauen mithineingezogen, findet sich aber schnell mit ihrer Rolle als Suffragette ab.

Der Film zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Frauen für ihre Rechte stark machen und was sie erreichen können, wenn sie sich zusammenschließen. Allerdings wird in dem Film auch deutlich, welche Opfer die Frauen auf sich nehmen mussten, um ihr Ziel zu erreichen: Ausstoß aus der Familie, Schläge von Polizisten, Inhaftierungen, Verlust des Arbeitsplatzes und gesellschaftliche Ächtung mussten die Pankhurst-Anhängerinnen in Kauf nehmen.

Mitorganisatorin Vanessa Hermeling von der Jugendförderung der Stadt Rahden und Mitglied der AG Mädchen war mit dem Abend rundum zufrieden - immerhin war der Kinosaal voll besetzt. „Vor allem dem Dersa-Kino gilt unser Dank für die tolle Unterstützung“, so Hermeling.

Zu den Aufgaben der Kinder-und Jugendförderung gehören unter anderem Angebote im Rahmen geschlechterdifferenzierender Kinder- und Jugendarbeit. Vor dem Hintergrund dieses Auftrags konnte die AG Mädchen diese kostenfreie Filmvorführung realisieren. Aus Sicht der AG Mädchen ist es wichtig, Mädchen auch weiterhin zu unterstützen und zu stärken, um ihre Rolle in der Gesellschaft zu finden.

Bild (Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke): Die Mitglieder der AG Mädchen als Suffragetten verkleidet.

Autor/in: Janine Küchhold