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14.05.2019

Netzwerk Sprache unterstützt und informiert zum Übergang von Kita zu Grundschule

Sprache baut Brücken und fördert soziale Kompetenz

Sprachliche und soziale Kompetenz gehören eng zusammen. Je besser Kitas und Grundschulen im Bereich Sprachförderung zusammenarbeiten, desto erfolgreicher schaffen Kinder den Wechsel von der Kita ins Schulleben – gerade wenn sie außerdem noch mehrsprachig aufwachsen. Bereits zum dritten Mal hat das Netzwerk Frühe Bildung Sprache des Kreises Minden-Lübbecke jetzt eine Öffentlichkeitsveranstaltung zu diesem Thema ausgerichtet, bei dem mehrere Tandems aus Kitas und Grundschule mit OGS (Offene Ganztagsschule) über ihre Erfahrungen berichten. Zahlreiche Schul-und Kita-Leitungen sowie pädagogische Fachkräfte kamen in die gastgebende Wichern-Grundschule in Bad Oeynhausen. Ein Fachvortrag von Professor Dr. Timm Albers von der Universität Paderborn zum Thema  „Durchgängige Sprachbildung am Übergang von der Kita in die Grundschule“ ergänzte die Veranstaltung um wissenschaftliche Erkenntnisse zu dem Gebiet.

Kreisschulamtsleiterin Antje Gieselmann, die Leiterin des Bildungsbüros Anke Beate Steffen und Katrin Augustin aus dem Bildungsbüro des Kreises informierten das Fachpublikum über die Struktur und die Auswertung des Netzwerkes. Im Zentrum standen die Ergebnisse der zweijährigen Kooperation der am Netzwerk teilnehmenden Tandems: Grundschule Werste-Wulferdingsen mit der Johanniter Kita Kunterbunt, dem Grundschulverbund Wichern-Lohe mit dem Offenen Ganztag Wichern-Lohe und der Ev. Kita Sausewind, sowie der Grundschule Eidinghausen mit der Ev. Kita Arche Noah, der Ev. Kita Regenbogen und der Kita Spatzennest.

Gut ausgebildete Kita- und Lehrkräfte ebenso wie die Familien der Kinder sind wichtige Faktoren, um die Kinder beim Aufbau sprachlicher und sozialer Kompetenzen zu unterstützen – zu diesem Ergebnis kommt auch Prof. Dr. Albers in seinem Vortrag. Nur ein qualitativ anspruchsvolles Zusammenwirken der Bildungseinrichtungen Kita und Grundschule biete allen Kindern die Chance auf eine erfolgreiche Sprachentwicklung. Durch ein sprachsensibles, vertrauensvolles Zusammenspiel mit den Kindern unterstützen die geschulten Bezugspersonen die Entwicklung. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass pädagogische Fachkräfte und Lehrende Familie und Eltern kompetent beraten, damit die Kinder auch zuhause besonders sprachfördernd begleitet werden. Kinder, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, brauchen ein stetiges Sprachangebot in allen zu lernenden Sprachen. Die Vorstellung, dass ein Kind erst eine Sprache perfekt beherrschen können muss, bevor es eine zweite Sprache erlernt, gilt als überholt.

Das Fachpublikum bekam außerdem einen anschaulichen Einblick in die praktische Arbeit: Die Tandems präsentierten hierzu ein szenisches Spiel, stellten gemeinsam erarbeitete Projekte an Informationstischen ebenso vor wie gemeinsam erarbeitete Materialien zur Mehrsprachigkeit. Alle Beteiligten nutzten die Gelegenheit, sich auch gegenseitig fachlich auszutauschen.

 

Seit 2012 hält der Kreis Minden-Lübbecke für die wichtige Vernetzung von Kitas, Grundschulen und Offenem Ganztag im Bereich der frühen Sprachbildung ein Koordinierungsangebot vor. Das Netzwerk Sprache III mit dem Titel „Sprachförderung beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit“ startete im Juni 2017 mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Grundschulen und Kitas im Mühlenkreis im Bereich der Sprachbildung zu stärken.

Ab September 2019 ist ein neues Netzwerk Sprache IV geplant. Prozessbegleiterin Ursula Günster-Schöning gab am Ende der Öffentlichkeitsveranstaltung  schon einen ersten Einblick per Videobotschaft. Dieses neue, auf zwei Jahre angelegte Netzwerk Sprache wird nicht mehr die Mehrsprachigkeit fokussieren, sondern hochaktuelle pädagogische Themen unter sprachbildenden Aspekten beleuchten. Interessierte Einrichtungen aus dem gesamten Kreisgebiet können sich gerne im Bildungsbüro des Kreises Minden-Lübbecke melden, Ansprechpartnerin ist Katrin Augustin unter Tel.: 0571/807-21670.

Foto (v.l., erst die obere Reihe, dann die untere Reihe)

Antje Gieselmann, Anke Beate Steffen, Andreas Pohlmann. Hintere Reihe: Gabriele Butenuth, Ulrike Niehus, Alice Dambrowsky, Angela Wittelmeyer, Annika Terno, Prof. Dr. Timm Albers. Vordere Reihe: Anja Düding, Alexandra Müller, Sina Butenuth, Sabine Scott, Sandra Will, Katrin Augustin.

Foto: Sabine Ohnesorge/Kreis Minden-Lübbecke