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11.02.2020

Neuartiges Coronavirus

Der Kreis Minden-Lübbecke ist vorbereitet

Seit einigen Tagen treten in China und von dort auch weltweit vermehrt Krankheitsfälle durch ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) auf. Erste Krankheitsfälle in Deutschland sind bestätigt worden. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat unter der Telefonnummer 0211/8554774 eine Hotline für Bürger in Nordrhein-Westfalen eingerichtet. Sie erreichen das Servicecenter der Landesregierung montags bis freitags zwischen 8:00 Uhr und 18:00 Uhr.

Gesundheitsamt und Rettungsdienst des Kreises Minden-Lübbecke haben sich auf die Situation eingestellt. Das  Gesundheitsamt ist mit relevanten Stellen zur Gesundheitsvorsorge regelmäßig in Kontakt. Auch auf Kreisebene kooperieren, wie in solchen Fällen üblich, Rettungsdienst, Krankenhäuser und das Gesundheitsamt miteinander, um eine optimale Versorgung und den Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Der Rettungsdienstdienst des Kreises Minden-Lübbecke hat sich verstärkt auf das Auftreten von Verdachtsfällen im Mühlenkreis vorbereitet: In einem sogenannten Rahmenhygieneplan für den Rettungsdienst sind beispielsweise die erforderlichen Maßnahmen zur Personalhygiene, notwendige persönliche Schutzausrüstung und die Desinfektionsmaßnahmen für eine Vielzahl von Infektionserkrankungen detailliert festgelegt. Die Ärztliche Leitung des Rettungsdienstes (ÄLRD) hat eine Verfahrensanweisung für den Umgang mit Patienten mit dem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlassen. Diese enthält konkrete Festlegungen von der Notrufabfrage in der Leitstelle über Maßnahmen vor Ort beim Patienten bis hin zu erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen.

Das Gesundheitsamt hilft bei  der Klärung, ob ein begründeter Verdacht auf ein Coronavirusinfektion vorliegt, und  berät alle Beteiligten zu notwendigen Hygienemaßnahmen. Um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern, ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen des Erkrankten, berät diese und bleibt mit ihnen in engem Kontakt. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes stehen für Fragen von Gesundheitseinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass von der Influenza eine deutlich höhere Gefahr ausgeht. Die saisonale Influenza gehört zu den Infektionskrankheiten mit der höchsten bevölkerungsbezogenen Sterblichkeit (Mortalität). Dabei betreffen die jährlich durch Influenza hervorgerufenen Todesfälle vor allem ältere Menschen und Personen mit bestimmten chronischen Grunderkrankungen.

Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung bleibt nach Einschätzung der WHO und ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) derzeit weiterhin gering.‎ Diese Einschätzung kann sich jedoch kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Das aktuelle Coronavirus verursacht meist eine milde Erkältungssymptomatik mit Husten, kann aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege und Lungenentzündungen verursachen. So ist es aktuell schwer, allein anhand der Symptome über die Art der Erkrankung zu entscheiden. Sollte jemand den begründeten Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus haben, sollte er oder sie zunächst telefonisch mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen und weitere Kontakte zu Mitmenschen vermeiden. Krankenhäuser, Rettungsdienst und Gesundheitsamt stehen in engem Austausch, sodass der Weg für eine reibungslose Diagnosestellung und Behandlung feststeht.

Ein berechtigter Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht erst dann, wenn der Erkrankte in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet in China war oder Kontakt zu einem nachweislich am Coronavirus Erkrankten hatte. Betroffen ist insbesondere die Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan (11 Millionen Einwohner). Im Grunde genommen ist es unter den momentanen Bedingungen sehr viel wahrscheinlicher, an einem grippalen Infekt oder der saisonalen Influenza erkrankt zu sein als an einer Infektion mit dem neuen Coronavirus.

Neuartiges Corona-Virus 2019-nCoV

Bei Situationen im Ausland, die auch für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland oder für Reisende im Ausland Auswirkungen haben könnten, arbeiten viele Institutionen und Behörden eng zusammen. Das Robert Koch Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen, erstellt eine Risikobewertung und veröffentlicht sie auf der Internetseite www.rki.de/ncov. Entsprechend gibt das RKI Empfehlungen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Gesundheit zu schützen und das Auftreten von Erkrankungsfällen bzw. die Weiterverbreitung der Erkrankung zu verhindern. Auch auf der Ebene der Landesbehörden und der Gesundheitsämter werden Absprachen und Vorbereitungen getroffen, um mit Verdachtsfällen und Erkrankungsfällen umzugehen.

Viele Fragen, die aktuell zum Thema Corona-Virus auftauchen, können bereits durch die Angaben auf den Internet-Seiten des RKI (Robert-Koch-Institut) beantwortet werden.

Das neuartige Corona-Virus gehört zu den respiratorisch übertragenen Virus-Erkrankungen, wie auch die jährlich auftretende Grippe (Influenza). Um die Ausbreitung respiratorisch durch Tröpfcheninfektion übertragbarer Krankheiten zu vermeiden, sollten gute Händehygiene , Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten gehalten werden. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.

Wer seine Hände effektiv waschen will, sollte einige einfache Grundregeln beachten:

1. Nass machen: Die Hände werden unter fließendes Wasser gehalten. Die Temperatur kann dabei so gewählt werden, dass sie angenehm ist.

2. Rundum einseifen: Handinnenflächen, Handrücken, Daumen, Fingerzwischenräume und Fingerspitzen sollten gründlich eingeseift werden.

3. Zeit lassen: Gründliches Händewaschen dauert mindestens 20 Sekunden, bei stark verschmutzten Händen auch länger.

4. Gründlich abspülen: Die Hände sollten unter fließendem Wasser abgespült werden.

5. Sorgfältig abtrocknen: Das Abtrocknen der Hände – auch der Fingerzwischenräume – gehört zum wirksamen Händewaschen dazu. Durch das Abtrocknen werden Keime entfernt, die noch an den Händen oder im restlichen Wasser an den Händen haften.