Eine Ärztin klebt ein buntes Pflaster auf den Arm einer Patientin.
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Projekt PsychKG - 
Ärztlicher Alarmierungsdienst für PsychKG-Einsätze

Im Kreis Minden-Lübbecke wird aktuell im Rahmen eines PsychKG-Projekts ein neuer ärztlicher Alarmierungsdienst umgesetzt. Ziel des Vorhabens ist es, die Abläufe im Rahmen des Psychisch-Kranken-Gesetzes (PsychKG NRW) schneller, verlässlicher und digital unterstützt zu gestalten.

© Nicole Sarwas | ChatGPT | Kreis Minden-Lübbecke

Durch das Projekt PsychKG soll eine fachgerechte ärztliche Begutachtung in akuten Gefährdungslagen sichergestellt und gleichzeitig Polizei- sowie Rettungskräfte spürbar entlastet werden.
Grundlage bildet eine Vereinbarung zwischen den teilnehmenden Städten und Gemeinden des Kreises Minden-Lübbecke, dem Verwaltungsbezirk Minden der Ärztekammer Westfalen-Lippe sowie der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke.

Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Pilotphase, deren positive Entwicklung sich bereits deutlich abzeichnet. Die Rückmeldungen aller beteiligten Stellen sind durchweg positiv und belegen den Erfolg des Ansatzes.Die im Rahmen der Vereinbarung vorgesehene Vergütung kann nur von Ärzt*innen in Anspruch genommen werden, die offiziell am Projekt teilnehmen und dafür registriert sind.

  • Auslösung des Einsatzes
    Bei einer akuten Gefährdungslage informiert das zuständige Ordnungsamt die Kreisleitstelle.

  • Digitale Alarmierung
    Über eine App werden Ärzt*innen aus einem Einsatzpool automatisiert benachrichtigt. Die Alarmierung erfolgt dabei nicht gleichtzeitig an alle, sondern über eine sequentielle, automatisierte Zufallsauswahl.

  • Einsatzübernahme
    Hierbei wird jeweils eine Ärztin oder ein Arzt zufällig ausgewählt und über die App alarmiert. Erfolgt innerhalb eines definierten Zeitfensters keine Annahme, wird der Einsatz automatisch an eine weitere zufällig ausgewählte Person weitergeleitet. Dieses Verfahren wird so lange fortgeführt, bis ein Einsatz verbindlich übernommen wird.

  • Koordination
    Absagen sind direkt in der App möglich. Nach Bestätigung informiert die Kreisleitstelle Ordnungsamt und Polizei über die eingesetzte Person sowie die voraussichtliche Ankunftszeit.

  • Flexible Verfügbarkeit
    Die App ermöglicht es, individuelle Zeiträume festzulegen, in denen eine Erreichbarkeit gewünscht ist – zum Beispiel nur abends, an bestimmten Wochentagen oder nicht während Urlaubszeiten. Eine ständige Rufbereitschaft wird nicht vorausgesetzt.
  • Für Patient*innen
    Rasche ärztliche Unterstützung in Krisensituationen.

  • Für Einsatzkräfte 
    Kürzere Einsatzzeiten und schnellere Wiederverfügbarkeit von Polizei und Rettungsdienst.

  • Für Ärzt*innen
    Flexible und selbstbestimmte Einsatzplanung durch digitale Steuerung – eine ständige Rufbereitschaft ist nicht erforderlich. Die Einsätze werden transparent und fair vergütet, inklusive angemessener zeitabhängiger Vergütung sowie Wegegeld.

  • Für die Region
    Klare Abläufe und bessere Koordination im gesamten Kreis Minden-Lübbecke.
  1. Kontakt aufnehmen
    Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, schreiben Sie einfach eine E-Mail an psychKG@minden-luebbecke.de. Dort erhalten Sie weitere Informationen und die erforderlichen Unterlagen. Sie können uns auch direkt die ausgefüllte Teilnahmeerklärung zusenden – beides ist möglich.

  2. Prüfung der Qualifikation
    Nach Eingang Ihrer Unterlagen leiten wir diese an die zuständige Ärztekammer weiter. Dort wird geprüft, ob die fachliche Eignung bereits hinterlegt ist. Liegt der Qualifikationsnachweis vor, müssen Sie nichts weiter veranlassen. Sollte ein Nachweis fehlen, wird dieser gezielt bei Ihnen angefordert.

  3. Bestätigung und technische Einrichtung
    Sobald die Ärztekammer die Teilnahme bestätigt hat, erhalten Sie von uns eine E-Mail mit der Teilnahmebestätigung sowie allen weiteren Informationen. In dieser Nachricht finden Sie auch Ihre Zugangsdaten zur Alarmierungs-App, die Sie eigenständig herunterladen und einrichten können. Nach einer kurzen Rückmeldung wird die App von uns freigeschaltet.

Alle interessierten Ärztinnen und Ärzte können sich gerne für das PsychKG-Projekt anmelden – auch wenn Sie nicht zu den laut Erlass priorisierten Fachärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapie gehören. Im Kreis Minden-Lübbecke möchten wir einen erweiterten Teilnehmendenkreis erreichen. Der Verwaltungsbezirk Minden der Ärztekammer Westfalen-Lippe prüft im Anschluss die Qualifikationen und stellt sicher, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Die im Rahmen der Vereinbarung vorgesehene Vergütung kann nur von Ärzt*innen in Anspruch genommen werden, die offiziell am Projekt teilnehmen und dafür registriert sind. Nur diese teilnehmenden Ärzt*innen können ihre Leistungen nach der vereinbarten Abrechnungstabelle abrechnen.


Für nicht angemeldete Ärzt*innen besteht kein Anspruch auf Vergütung nach dieser Regelung.