Öffnungszeiten
Der Umgang mit Medien ...
... beschäftigt jede Familie.
Der Medienkonsum aller Familienmitglieder steht häufig im Mittelpunkt familiärer Konflikte. Er bereitet Eltern und Fachleuten gleichermaßen Sorgen. Viel zu junge Kinder werden mit den iPads und Handys ihrer Eltern ruhiggestellt. Wir Erwachsenen sind unsererseits von der Welt der Medien derart fasziniert, dass wir alles um uns herum vergessen können.
Wie können wir uns mit unseren Kindern gemeinsam auf gesunde Art durch die Medienwelt bewegen?
Sprechen Sie uns an!
Folgen des unkontrollierten Medienkonsums
Nicht nur die Sprachentwicklung von Kindern leidet darunter; Studien dazu häufen sich. Während der Nutzung von Medien entwickeln sich Kinder nicht und diese Entwicklungszeit fehlt ihnen. Das fällt auch in Schule und Kindergarten auf.
Aber es gibt weitere Nachteile: Kinder, die sich zum Beispiel nach einem Streit mit ihren Eltern hinter Medien zurückziehen dürfen, werden um die Erfahrung gebracht, dass sie auf ihre Eltern wütend sein dürfen, sich diese Wut durch Malen oder Spielen legen kann. Vielleicht spüren sie dann Scham, weil sie schlimme Dinge gesagt haben, für die sie sich schließlich entschuldigen möchten. Dann treffen sie hoffentlich auf Eltern, die ihren eigenen Anteil an der Entstehung des Streits übernehmen, sich auch entschuldigen, und am Ende hat man sich vertragen. Diese wichtige zwischenmenschliche Erfahrung wird durch den Einsatz von Medien erschwert. Computerspiele lenken vom Streit ab, die Dopamin-Ausschüttung macht süchtig. Die für das soziale Miteinander in der Schule so wichtige „Herzensbildung“ unterbleibt.

Erst Kindheit, dann Smartphone?
Immer mehr Kinder und Jugendliche gelten als internetsüchtig; 12-jährige Mädchen sind vermehrt in teils gewaltsame Konflikte verwickelt, die ihren Anfang in Chat-Apps genommen haben. Sie können noch nicht absehen, was ihre unbedarft geschriebenen Worte anrichten und wie lange sie in der digitalen Welt bleiben. Ist es eine Lösung, Smartphones erst an 14-Jährige auszuhändigen? Was bringen Verbote? Wie erlangen Erwachsene, Kinder und Jugendliche Medienmündigkeit? Was müssen Eltern im Umgang mit Medien dazulernen, um ihre Kinder gut begleiten zu können? Welche Verhaltensmodelle bieten wir Erwachsenen unseren Kindern? Und schließlich: Welche Folgen hat der Einsatz von i-pads in Schulen auf das Klassenklima und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen? Die negativen Auswirkungen von unkontrolliertem Internetzugang auf Kinder und Jugendliche sind hinreichend bekannt.
Laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und einer Krankenkasse zeigt bereits ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen ein riskantes Nutzungsverhalten. Empfehlungsalgorithmen fördern Inhalte, die unrealistische Schönheitsideale und Lifestyles propagieren. Dies führt häufig zu Selbstzweifeln, Depressionen und Essstörungen. Funktionen wie „Likes“ und „Streaks“ aktivieren Belohnungssysteme im Gehirn und fördern exzessive Nutzung, die zu Lasten von Schlaf, Bewegung und der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben geht.

Smarter Start
Wir unterstützen die Elterninitiative „Smarter Start“, die sich darum bemüht, Kinder vor altersunangemessenen Inhalten im Internet zu schützen. Hierzu zählt der Wunsch, dass erst Jugendliche ab 14 Jahren Zugang zu einem eigenen Smartphone erlangen. Die Teilnahme an Social Media Angeboten sollte erst ab 16 Jahren möglich sein. Allein auf die Vermittlung von „Medienkompetenz“ zu setzen, gewährleistet keinen Kinderschutz.
Social Media und Gaming Plattformen nutzen manipulative Gestaltungsmuster, die das Nutzungsverhalten steuern und Suchtverhalten fördern. Sie sind häufig Schauplätze von Cybermobbing, bei dem Kinder gezielt angegriffen und ausgegrenzt werden. Dies hat dauerhafte Folgen für ihre psychische Gesundheit.
Cybergrooming: Social Media Plattformen bietet Tätern ein einfaches Zugangstor zu Kindern. Sie werden sexuell belästigt oder der Kontakt zu ihnen wird gezielt zu sexuellen Zwecken aufgebaut. Die Plattformen sind nicht in der Lage oder willens, problematische Inhalte wie Gewalt, Kriegsverherrlichung, Selbstverletzungsanleitungen, pornografisches Material und extremistische Propaganda zuverlässig zu filtern. Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass das frühe Nutzen eines Handys für die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen keinerlei Vorteil bedeutet. Hier sei auf das beeindruckende Buch von Daniel Wolff: Allein mit dem Handy: So schützen wir unsere Kinder (Heyne Verlag, 2024) verwiesen.
