Hohe Temperaturen stellen für den menschlichen Körper eine große Herausforderung dar. Unser Körper funktioniert am besten bei einer Körpertemperatur von etwa 37 °C.
Gesundheitsrisiken durch Hitze
Steigen die Außentemperaturen stark an, muss der Körper aktiv gegensteuern, um nicht zu überhitzen. Das geschieht durch natürliche Kühlmechanismen wie Schwitzen und die Weitung der Blutgefäße, um Wärme über die Haut abzugeben.
Doch wenn der Körper über längere Zeit hoher Hitze ausgesetzt ist und nicht ausreichend gekühlt werden kann, droht eine Überhitzung. Dabei verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium oder Kalium – das belastet vor allem Herz, Kreislauf, Gehirn und Nieren.
Dadurch kann es zu einer Verschlimmerung bereits bestehender Erkrankungen kommen. Dazu zählen unter anderem:
- Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
- Atemwegserkrankungen
- Nierenerkrankungen
- Schlaganfälle
- Diabetes mellitus
- Psychische Erkrankungen
Neben der Verschlimmerung bereits bestehender Krankheitsbilder können durch hohe Temperaturen auch hitzebedingte Erkrankungen ausgelöst werden. Obwohl jeder Mensch von hitzebedingten Erkrankungen betroffen sein kann, gibt es bestimmte Risikogruppen, die als besonders gefährdet gelten.
Generell gilt: Bitte alarmieren Sie unverzüglich den Rettungsdienst (Tel. 112), falls Sie bei sich oder in Ihrem Umkreis folgende Symptome beobachten:
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Hitzebedingte Erkrankungen
Sonnenbrand
Beschreibung
Ein Sonnenbrand entsteht durch längere oder intensive UV-Strahlung bei Aufenthalt in der Sonne. Dabei wird die Haut geschädigt – oft mit langfristigen Folgen und einem erhöhten Risiko für Hauterkrankungen, wie z. B. Hautkrebs. Wie schnell ein Sonnenbrand auftritt, hängt vom individuellen Hauttyp ab.
Symptome
Betroffene Hautflächen sind gerötet, schmerzen und fühlen sich warm an, die Haut kann jucken oder Blasen bilden
Erste Hilfe
Zeigt sich ein Sonnenbrand, sollte die betroffene Haut sofort vor weiterer Sonneneinstrahlung geschützt und vorsichtig gekühlt werden – zum Beispiel durch eine lauwarme Dusche oder feuchte Tücher. Zur Linderung eignen sich beruhigende Lotionen oder Cremes aus der Apotheke oder Drogerie. Bei stark ausgeprägtem Sonnenbrand mit Blasenbildung ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen.
Austrocknung des Körpers (Exsikkose)
Beschreibung
Spürbarer Flüssigkeits- bzw. Wassermangel im Körper. Ursächlich ist Schwitzen, oft in Verbindung mit einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr.
Symptome
- Durst
- Trockenheit der Haut und Schleimhäute
- Müdigkeit
- Lethargie oder Verwirrtheit
- Verminderte Ausscheidung von stark konzentriertem Urin
- Verstopfung
- Kopfschmerzen
- Muskelkrämpfe
Erste HilfeAchten Sie bei Hitze darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen – am besten durch regelmäßiges Trinken und wasserreiche Lebensmittel. Zusätzlich benötigt Ihr Körper Elektrolyte, also Mineralstoffe wie Natrium und Kalium, die bei der Steuerung der Nerven- und Muskelfunktion helfen. Auch halten sie den Säure-Basen-Haushalt sowie den Wasserhaushalt stabil. Elektrolyte finden sich in vielen Lebensmitteln wie z. B. in grünem Gemüse, Eiern, Erdnüssen, Mandeln, Geflügel, Käse, Milch und Meeresfrüchten, aber auch in Kochsalz. Achten Sie deshalb darauf, normal gesalzene Speisen zu essen.
Sonnenstich
Beschreibung
Starke Sonneneinstrahlung auf einen ungeschützten Kopf und Nacken kann zu einem Wärmestau im Kopf und einer Reizung der Hirnhäute führen. Besonders gefährdet sind (Klein-)Kinder, aber auch Erwachsene können betroffen sein.
Symptome
- Kopfschmerzen
- Übelkeit mit Erbrechen
- Fieber
- Geröteter Kopf
- Manchmal auch Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle
Erste HilfeBegebene Sie sich sofort in den Schatten. Lagern Sie Kopf und Oberkörper leicht erhöht. Trinken Sie viel und kühlen Sie sich mit kalten Umschlägen ab.
Hitzschlag
Beschreibung
Schwitzen ist ein natürlicher Kühlmechanismus unseres Körpers. Bei starker oder andauernder Hitze kann diese Selbsthilfe des Körpers aber an ihre Grenzen stoßen. Ist eine Abkühlung durch Schwitzen nicht mehr möglich, staut sich die Wärme: Die Körpertemperatur kann innerhalb weniger Minuten stark ansteigen – oft auf über 40 °C. In der Folge kann das Gehirn anschwellen (Hirnödem), was zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag führt.
Symptome
- Gerötete, heiße und trockene Haut
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Bewusstseinsveränderungen
- Bewusstlosigkeit
Erste HilfeRufen Sie sofort und zuerst den Rettungsdienst (112) und führen Sie dann Erste-Hilfe-Maßnahmen durch: Die betroffene Person sollte an einen kühlen Ort gebracht werden. Kühlen Sie den Körper zudem zusätzlich durch kühle Umschläge.
Hitzekollaps (auch Hitzeohnmacht oder Hitzesynkope)
Beschreibung
Die Blutgefäße in Armen und Beinen erweitern sich durch die Hitze, sodass es zu einem Abfall des Blutdrucks kommt. Eine verminderte Gehirndurchblutung ist die Folge, welche wiederum zu Bewusstlosigkeit führt.
Symptome
- Kurze Ohnmacht
- Kopfschmerzen
- Schwächegefühl
- Schwindel
- Übelkeit
- Wärmegefühl
- Durst
- Trockene Schleimhäute
- Anfangs meist Hautrötungen verbunden mit starkem Schwitzen, später oft blasse Haut und kalter Schweiß
Erste Hilfe
Rufen Sie sofort den Rettungsdienst (112). Die betroffene Person sollte sofort an einen kühlen Ort gebracht werden. Öffnen Sie die Kleidung, kühlen Sie den Körper und sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeitszufuhr.
Hitzeausschlag
Beschreibung
Wenn Sie nicht atmungsaktive oder enge Kleidung tragen, kann der Schweiß nicht ausreichend verdunsten. Eine Folge können kleine, häufig juckende oder brennende Bläschen infolge von verstopften Ausführungsgängen der Schweißdrüsen sein.
Symptome
- Kleine rote, juckende Knötchen an Gesicht, Hals, Brustbereich, Leiste und/ oder Hoden
Erste HilfeVersuchen Sie starkes Schwitzen zu vermeiden und halten Sie sich möglichst in kühlen oder klimatisierten Räumen auf. Duschen Sie regelmäßig, tragen Sie luftige, leichte Kleidung und achten Sie darauf, betroffene Hautstellen trocken zu halten. Bei starkem Juckreiz können Salben oder Gele mit Kieselerde oder Zink sowie Zinkoxidschüttelmixturen Linderung verschaffen.
Hitzeerschöpfung
Beschreibung
Bei großer Hitze schwitzt der Körper deutlich mehr als sonst, was zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führt. Dadurch verringert sich das Blutvolumen, was den Blutdruck sinken lässt. Gleichzeitig steigt die Körpertemperatur an, bleibt jedoch meist unter 39 °C.
Symptome
- Starker Durst
- Schwäche
- Kalte feuchte Haut
- Niedriger Blutdruck mit hoher Pulsfrequenz
- Eine schnelle, aber flache Atmung
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Schwindel
- Abgeschlagenheit
Erste Hilfe
Trinken Sie viel und sorgen Sie für eine Abkühlung Ihres Körpers. Bessert sich Ihr Zustand innerhalb einer Stunde nicht oder steigt Ihre Körpertemperatur über 38 °C, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Hitzekrämpfe
Beschreibung
Wer sich bei hohen Temperaturen körperlich betätigt – etwa beim Laufen, Radfahren oder bei der Gartenarbeit – verliert durch starkes Schwitzen viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe, sogenannte Elektrolyte (z. B. Natrium und Kalium). Diese sind wichtig für die Funktion von Nerven und Muskeln. Ein Mangel an Elektrolyten kann zu Muskelkrämpfen oder -schmerzen führen.
Symptome
- Schmerzhafte Muskelkrämpfe nach intensiver (sportlicher) Betätigung, vor allem in den Beinen und Armen, aber auch im Unterleib
Erste Hilfe
Trinken Sie viel und sorgen Sie für eine Abkühlung Ihres Körpers. Bessert sich Ihr Zustand innerhalb einer Stunde nicht, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Hitzeödeme
Beschreibung
Hohe Temperaturen können das Lymphsystem belasten und dazu führen, dass sich Flüssigkeit im Körper staut. Dadurch entsteht ein erhöhter Druck in den kleinsten Blut- und Lymphgefäßen, wodurch Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austritt – das betroffene Körperareal schwillt an.
Symptome
- Ödeme (Schwellungen) in den Unterschenkeln (üblicherweise an den Knöcheln) zu Beginn der heißen Jahreszeit
Erste Hilfe
In der Regel ist keine Behandlung nötig, da die Schwellungen meist zurückgehen, sobald sich der Körper an die Hitze gewöhnt hat (Akklimatisierung). Bleiben die Ödeme jedoch bestehen, nehmen zu oder treten einseitig auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
- Ödeme (Schwellungen) in den Unterschenkeln (üblicherweise an den Knöcheln) zu Beginn der heißen Jahreszeit
