Unwetterwarnung - Was ist zu tun?
Dass wir auch hier zu Lande vermehrt mit heftigen Unwettern rechnen müssen, haben uns die letzten Jahre gelehrt.
Grundsätzlich ist der Kreis Minden-Lübbecke bisher von großen Unwetterkatastrophen verschont geblieben. So gab es zwar vereinzelt überflutete Wiesen, Felder, Unterführungen, Straßen und auch vollgelaufene Keller, aber das Einsatzaufkommen war für unsere Einsatzkräfte zu bewältigen, der entstandene Sachschaden im Vergleich zu anderen Regionen gering.
Die Frage ist aber: Was ist zu tun, wenn es einmal anders kommt? Dabei geht es nicht um das „Ob“, sondern um das „Wann“ es anders kommt. Dafür können wir alle Vorsorge treffen.
Der Bevölkerungsschutz des Kreises Minden-Lübbecke ist gut vorbereitet auf solche Szenarien, dennoch ist vor allem die eigene Vorbereitung unerlässlich.
Aktuelle Warnmeldungen

© BKK
Was genau ist damit nun gemeint?
Hilfe zur Selbsthilfe nennt man das. Bitte bereiten Sie sich auf folgende Dinge vor und tragen Sie gemeinsam mit uns dazu bei, dass wir Katastrophenlagen so gut wie möglich bewältigen können.
- Sichern Sie ihr Zuhause so, dass es für starke Unwetter gewappnet ist. Was das genau heißt, finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unter Leichte Sprache - Sicherheit für Gebäude - BBK
- Schaffen Sie sich einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für mindestens 10 Tage an. Was der Vorrat beinhalten sollte und wieviel Sie davon benötigen, finden Sie am beim BBK unter Leichte Sprache - Genug zu Essen und zu Trinken - BBK
- Legen Sie sich eine Hausapotheke an. Leichte Sprache - Das gehört in die Haus-Apotheke - BBK
- Bereiten Sie sich auf länger anhaltende Stromausfälle vor. Halten Sie dafür z. B. Taschenlampen, Kerzen und auch Batterien und evtl. einen Gaskocher vor. Leichte Sprache - Strom-Ausfall - BBK
- Werden Gebäude bei einem Sturm stark beschädigt, kann es sein, dass Sie Ihr Zuhause verlassen müssen, da es durch die Beschädigung unbewohnbar ist. Bereiten Sie daher Ihr Notgepäck und Ihre Dokumentenmappe vor. Leichte Sprache - Gepäck für den Notfall - BBK & Leichte Sprache - Wichtige Dokumente bereit-halten - BBK. Zudem sollten Sie Ihr Zuhause durch Fotos dokumentieren, damit Sie im Schadensfall Beweise für Ihre Versicherung haben.
Die wichtigsten Regeln bei einem Unwetter lauten:
- Zuhause bleiben! Bringen Sie sich und Ihre Familie nicht unnötig in Gefahr, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall.
- Prüfen Sie, ob alle Fenster geschlossen sind und schließen Sie wenn möglich die Rollläden. Sichern Sie vor dem nahenden Unwetter draußen bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel, Trampolins etc.
- Meiden Sie Kellerräume, da diese schnell volllaufen und zu einer lebensbedrohlichen Falle werden können.
- Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Stromnetz.
- Wenn Sie sich im Freien befinden, sollten Sie ein Gebäude aufzusuchen, um Schutz vor umherfliegenden Gegenständen und Hagel zu finden.
- Meiden Sie bei Gewitter die folgenden Orte: Offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten, Antennen, Überlandleitungen
Nach dem Unwetter sollten Sie eine kurze Bestandsaufnahme machen. Prüfen Sie, ob jemand verletzt ist. Helfen Sie verletzten Personen, soweit Sie sich selbst nicht in Gefahr bringen, und rufen Sie den Notruf unter 112.
Sollte Ihr Gebäude stark beschädigt sein, so verlassen Sie bitte das Gebäude umgehend. Auch hier können Sie sich an den Notruf unter 112 wenden. Fachleute werden Ihr Gebäude bewerten. Dies kann aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Die jeweiligen Kommune wird Sie für die Zeit in einer entsprechenden Notunterkunft unterbringen.
Vollgelaufene Keller bergen tödliche Gefahren: Austretende Gefahrenstoffe (Heizöl oder andere Stoffe) und Stromschläge durch überschwemmte Elektroinstallationen. Wählen Sie auch hier den Notruf 112. Bitte betreten Sie den Keller zunächst nicht selbst.
Dokumentieren Sie etwaige Schäden an Ihrem Zuhause.
Wenn Sie diese grundlegenden Regeln für sich und Ihre Familie beachten, dann tragen Sie wesentlich zum erfolgreichen Bestehen vor Katastrophen bei.
Es sollte jedem bewusst sein, dass auch die Ressourcen des Bevölkerungsschutzes begrenzt sind und nicht allen Menschen gleichermaßen und sofort in einer Katastrophe geholfen werden kann.
Aber wenn wir uns gegenseitig unterstützen und bereit sind, auch anderen in unserem Umfeld zu helfen, dann sind wir als Gesellschaft gemeinsam stark und bewältigen solche Szenarien ohne zahlreiche Menschenleben zu verlieren. Auch können Sachschäden so weit wie möglich eingrenzt werden.
Denken Sie bitte immer daran, dass die freiwilligen Einsatzkräfte zwar alles Erdenkliche tun, um Ihnen als Betroffenen zu helfen. Dies kann allerdings nicht immer sofort und im gleichen Maße geschehen.
