Wespen & Co.

Wespen, Wildbienen und Hornissen sind essenzielle Bestandteile unseres Ökosystems. Sie regulieren die Population anderer Insekten und tragen zur Bestäubung bei. Dennoch kann ihre Nähe zum Menschen manchmal zu Konflikten führen.

Verhaltensregeln im Umgang mit Wespen:

  • Ruhe bewahren: Wespen stechen meist nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie hektische Bewegungen und schlagen Sie nicht nach ihnen.
  • Abstand halten: Bleiben Sie mindestens 2 bis 4 Meter von Nestern entfernt und stören Sie diese nicht durch laute Geräusche oder Erschütterungen.
  • Flugbahnen freihalten: Versperren Sie nicht den Ein- und Ausflug der Tiere zu ihren Nestern.
  • Nicht anpusten: Atemluft enthält Kohlendioxid, das Wespen als Bedrohung wahrnehmen.
  • Körperkontakt vermeiden: Sollte eine Wespe unter Ihre Kleidung geraten, bleiben Sie ruhig, um Quetschungen zu verhindern.


Rechtliche Hinweise:

Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz stehen alle Wespenarten unter allgemeinem Artenschutz. Es ist verboten, sie ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Besonders geschützte Arten wie Hornissen und Wildbienen dürfen nicht gestört werden. Das Entfernen oder Zerstören ihrer Nester ist nur mit einer Befreiung der Unteren Naturschutzbehörde erlaubt.


Hilfe bei unerwünschten Nestern:

Sollten Sie ein Nest an einem problematischen Ort entdecken, wenden Sie sich für eine Beratung an die Untere Naturschutzbehörde. Alternativ können Sie spezialisierte Schädlingsbekämpfungsfirmen kontaktieren.


Prävention und Schutzmaßnahmen:

  • Gebäudeschutz: Dichten Sie potenzielle Nistplätze wie Lüftungsschlitze oder Rollladenkästen im April ab, um Nestbau zu verhindern.
  • Früherkennung: Überprüfen Sie dunkle Ecken und Deckenbereiche in Gartenhäusern regelmäßig auf beginnende Nestbauten.
  • Alte Nester belassen: Da Wespen alte Nester nicht erneut besiedeln, können diese als natürliche Abschreckung dienen.

Denken Sie daran: Ein friedliches Zusammenleben mit diesen nützlichen Insekten ist oft möglich und trägt zum Erhalt ökologischen Vielfalt bei.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine invasive Art, die sich zunehmend in Europa ausbreitet und eine Bedrohung für heimische Insektenpopulationen, insbesondere Honigbienen, darstellt.


Erkennung der Asiatischen Hornisse:

  • Aussehen: Die Arbeiterinnen sind 1,7 bis 2,4 cm groß, Königinnen bis zu 3 cm. Charakteristisch sind die schwarze Brust (Thorax) und der dunkle Hinterleib mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt.


Früherkennung von Primärnestern:

Die frühzeitige Identifizierung und Entfernung von Primärnestern ist entscheidend, um die Entwicklung größerer Sekundärnester zu verhindern.

  • Neststandorte: Primärnester werden im Frühjahr von der Königin gebaut und sind etwa handballengroß. Sie befinden sich häufig an geschützten Orten wie Schuppen, Gartenhäusern oder in Sträuchern, teils auch in Bodennähe.
  • Nestmerkmale: Diese Nester sind eher breit als hoch, mit einer einfachen Hülle, die die Brutwaben schützt.


Maßnahmen bei Verdacht auf ein Primärnest:

  • Sichtung melden: Bei Verdacht auf ein Primärnest oder Sichtung der Asiatischen Hornisse können Sie dies der Unteren Naturschutzbehörde oder über das Neobiota-Portal melden. Ein Foto als Beleg erleichtert die Identifizierung.
  • Nestentfernung: Die Entfernung von Nestern sollte ausschließlich durch Fachpersonal erfolgen, um Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren. Unbefugte Eingriffe sind gesetzlich verboten.


Schutzmaßnahmen für Imker:

  • Beobachtung: Regelmäßige Fluglochbeobachtungen an Bienenstöcken können helfen, das Auftreten der Asiatischen Hornisse frühzeitig zu erkennen.
  • Meldepflicht: Imker sind besonders aufgefordert, Sichtungen zu dokumentieren und zu melden, um eine Ausbreitung zu verhindern.


Wichtiger Hinweis:

Die Asiatische Hornisse ist von Natur aus nicht aggressiver als die heimische Europäische Hornisse. Stiche erfolgen meist nur zur Verteidigung des Nestes. Dennoch sollte ein Abstand von mehreren Metern zum Nest eingehalten und dieses nicht erschüttert werden.

Durch erhöhte Aufmerksamkeit und rechtzeitige Meldungen können wir gemeinsam dazu beitragen, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu verlangsamen und unsere heimische Artenvielfalt zu schützen.


Kontakt für weitere Informationen oder Beratung:

Sollten Sie weitere Informationen oder eine Beratung zum Umgang mit Nestern benötigen, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: insektenhilfe@minden-luebbecke.de. Bitte fügen Sie unbedingt Informationen bei, wie ein Bild vom Nest, von einem Individuum und auch ein Übersichtsbild, sowie eine Beschreibung der Örtlichkeit und warum Sie weitere Informationen bzw. Beratung benötigen. Bitte beachten Sie, dass viele Anfragen hierzu eingehen und wir nicht unmittelbar antworten können.